Die Schweizer Armee ist KEIN Relikt aus dem kalten Krieg!

Die GSoA (Gruppe für eine Schweiz ohne Armee) hat am 5. Januar ihre Initiative "Ja zur Aufhebung der Wehrpflicht" eingereicht. Ihre Begründungen für dieses Vorhaben: Die Wehrpflicht sei ein Relikt aus dem Kalten Krieg und stelle einen unnötigen Zwang, eine "massive Freiheitsberaubung für junge Männer" dar.

Weitere Argumente von Armee-Gegner sind vor allem, dass man mit einer Abschaffung der Armee unnötige Kosten sparen könne und dass die Schweiz mit ihrer Armee sowieso keine Chance im Kampf gegen andere Länder hätte, sollte es wirklich zum Krieg kommen.

Was auf den ersten Blick wie eine edle Idee scheint, entpuppt sich immer mehr als Angriff auf die Stabilität der Schweiz von innen heraus! Die Schweiz könnte durchaus mit einer Freiwilligen- oder Berufsarmee operieren, allerdings nur mit massiven Einbussen gegenüber dem heutigen System.

Eine Freiwilligenarmee wäre zwar günstiger, aber gleichzeitig viel weniger effektiv im Einsatz als die heutige Milizarmee. Dies wäre vor allem auf den Truppenbestand zurückzuführen. Das Argument, dass ausser Österreich und der Schweiz die meisten europäischen Länder mit Freiwilligenarmeen arbeiten und wir es ihnen deshalb gleich tun sollten, ist ein Witz! Die Schweiz ist ein Land mit einer Grösse, bei der sie sich wohl selber effektiv verteidigen kann, das aber dennoch zu klein ist um genügend Freiwillige zu finden. Die deutsche Armee (eine Freiwilligenarmee) ist zurzeit etwa gleich gross wie die Schweizer Milizarmee, obwohl Deutschland die 10mal grössere Bevölkerung hat.

Die andere Möglichkeit, eine Berufsarmee, würde der Schweiz eine sehr effiziente Armee zur Verfügung stellen. Aber Effektivität hat immer seinen Preis! Soll eine Berufsarmee aufgebaut werden, die gleich effektiv wie die heutige Milizarmee werden soll, müsste dafür ein vielfaches der heutigen Kosten aufgewendet werden.

Die Argumentation der Armee-Gegner, dass man viel Geld mit der Abschaffung der Wehrpflicht sparen könne, stimmt also nur bedingt: Nämlich dann, wenn als Nächstes die komplette Armee abgeschafft wird! Wer etwas längerfristig Vorausdenken kann, der wird sehr schnell erkennen, dass wahrscheinlich genau das der nächste Schritt der GSoA sein wird!

Die Armee muss ihre heutige Form und mindestens ihre heutige Truppengrösse beibehalten, denn damit kann sie unser Land effektiv gegen äussere Bedrohungen verteidigen! Die Feinde unserer Wehrpflicht wollen anscheinend gar nicht, dass unser Land verteidigt wird oder es ist ihnen schlicht egal. Ihnen geht es nur darum, eine Pflicht abzuschaffen, weil sie ihnen unangenehm ist. Über die möglichen Folgen möchte natürlich niemand nachdenken. Realität ist aber, dass es nicht möglich ist alle Rechte zu wollen und möglichst alle Pflichte abzuschaffen.

Für den Einzelnen ist eine Abschaffung der Wehrpflicht sicher eine grosse Sache. Er kann sein Leben weiterführen und muss seine Lebensplanung nicht mehr anpassen, weil er mit 20 in die Armee einrücken muss. Das klingt zu schön um wahr zu sein? Ist es auch, denn für das Volk als Ganzes ist es langfristig keine gute "Investition". Die Welt ist nicht friedlich, auch wenn wir uns das sicher alle sehnlichst wünschen würden! Die Weltgeschehnisse sind praktisch unberechenbar und schlussendlich kann aus der Wohlstandsoase Europa genauso gut ein "zweiter Naher Osten" werden. Dieses Szenario ist zwar eher unwahrscheinlich, aber das bedeutet nicht, dass es unmöglich ist! Und genau um solchen Bedrohungen vorbeugend zu begegnen gibt es die Schweizer Armee. Jedes Kind lernt heutzutage schliesslich, dass vorbeugen besser ist als heilen.

Hoffen wir also, dass es nicht gelingt die Stabilität unseres Landes mit Füssen zu treten und es unnötigen Gefahren auszusetzen.

Auch wenn die Realität manchmal unangenehm sein mag, es gibt keine Rechte ohne Pflichten.

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