Littering: Wie lösen wir dieses Problem?

Wenn der Schnee je­weils schmilzt, kommt der Ab­fall in den Wie­sen ent­lang der Stras­sen zum Vor­schein. Lit­te­ring wird dann of­fen­sicht­lich. In den letz­ten Jah­ren hat sich das Lit­te­ring­pro­blem deut­lich verstärkt. Das Weg­wer­fen von Müll im öffentlichen Raum ver­ur­sacht enorme Kos­ten. Für Kühe können in Wie­sen ge­wor­fene Alu­do­sen tödlich enden – dann wenn die Alu­do­sen auf­ge­ris­sen im Heu lan­den und den Kühen den Hals zer­schnei­den. Ge­mein­den und Städte haben das Lit­te­ring in die Ord­nungs­bus­sen­re­​gle­mente auf­ge­nom­men und präventive Mass­nah­men wie In­for­ma­ti­ons­kam­​pa­gnen um­ge­setzt. Lei­der ohne an­hal­ten­den Er­folg. Denn die verhältnismässig klei­nen Bus­sen wir­ken nicht ab­schre­ckend. Hinzu kommt, dass der Nach­weis des Tat­be­stan­des bei Lit­te­ring-­Ver­ge­h​en schwie­rig ist.

Gesucht wird immer noch eine Lösung, welche unsere Strassen, Plätze und Wiesen wieder sauberer macht. Die Einführung von Pfandsystemen würde zu grossen Kosten führen. Getränkedosen sind auch nicht das alleinige Problem. Achtlos liegen gelassene Fast-Food-Behälter, Verpackungen, Zigarettenkippen oder Kaugummi sind ebenso ein Problem.

Um ein Problem zu lösen sollte man grundsätzlich bei der Ursache anpacken. Das sind die Personen, welche die Abfälle wegwerfen. Diese müssen erkennen, dass ihr Tun nicht länger geduldet wird. Nur Bussen alleine bewirken bei diesen Personen nichts. Oft wird eine solche ohne mit den Schultern zu zucken bezahlt. Die Wahrscheinlichkeit, erwischt zu werden ist schliesslich sehr klein. Bussen und die bisher lancierten Präventionsmassnahmen​ zeigten bislang wenig Wirkung.

Könnte man nicht das Rezept des Nachsitzens aus der Schule hervor nehmen? Wer wiederholt littert, soll nebst einer teureren Busse auch einen Nachmittag lang Abfall auflesen müssen. Nur so lernen es unverbesserliche Leute. Im Rahmen dieses Nachsitzens kann diesen Leuten im Rahmen einer Informationskampagne auch vor Augen geführt werden, welche Kosten sie verursachen.

Die Polizisten sollten sich auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren können. Wäre es nicht ein Ansatz, kantonal spezialisierte Teams zu bilden, welche dafür ausgebildet sind, litternde Personen überführen zu können. Durch die Spezialisierung steigt die Anzahl der überführten litternden Personen. Das würde natürlich Kosten verursachen. Diese sollen verursachergerecht erhoben werden. Teils über die Bussen, teils über den Verkauf der hauptsächlich weggeworfenen Verpackungen und Gegenstände. In der Schweiz existieren bereits Systeme für vorgezogene Recyclinggebühren (PET, Alu-Dosen, Glasflaschen oder elektrische Geräte). In Anbetracht der Aufräumungskosten von schweizweit rund 200 Millionen Franken scheint die Ausweitung der vorgezogenen Gebühren gerechtfertigt.

Das Littering nicht verstärkt zu bekämpfen wäre eine Kapitulation vor Personen, welche sich nicht korrekt benehmen. Ein falsches Signal, welches die Gesellschaft aussendet.

Wie würden Sie das Litteringproblem lösen?

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