Gentests in der Schweiz sollten nicht frei zugänglich werden!

Laut Sonntagspresse, drängen verschiedene Wissenschaftler darauf, dass Gentests in der Schweiz möglichst frei zugänglich werden sollen. Ihr Motiv ist klar, je mehr Menschen ihre Gene entschlüsseln lassen, desto mehr Daten stehen für Sie und der Entwicklung von Therapien zur Verfügung.

Tatsächlich wurde auch bereits eine Motion an den Bundesrat überreicht, in der eine Revision der entsprechenden Gesetzesgrundlage gefordert wird. Damit soll das Bundesgesetz über genetische Untersuchungen beim Menschen ausgehebelt werden. Dieses Gesetz legt u.a. ein Verwertungsverbot für genetische Daten im Arbeits-, Versicherungs- und Haftpflichtbereich fest. Heute sind also Gentests ohne ärztlichen Beizug und ohne medizinischen Zweck schlicht nicht erlaubt.

Nun, die erste Frage diesbezüglich die sich stellt, ob es überhaupt im Sinne der Gesellschaft ist, solche Daten zugänglich zu machen. Ein Mensch, der die Diagnose erhält, ein erhöhtes Risiko für eine Erbkrankheit zu haben, wird wahrscheinlich sein Ganzes leben umkrempeln ohne dass die Krankheit überhaupt jemals ausbrechen muss. Dies kann unter Umständen ein Leben lang Ängste bedeuten.

Die zweite Frage diesbezüglich stellt sich in Zusammenhang mit den erhobenen Daten. Es ist natürlich mal wieder so, dass diese personengebunden Daten ein hohes Mass an Missbrauchspotenial bieten, da sie nicht nur für die Pharmaindustrie sondern auch grade für Versicherungen und Krankenkassen von grossem Interesse sein dürften.
Auch wenn die Forderung der Wissenschaftler auf freiwilliger Basis beruhen und man den Fortschritt in Ehren hält, so ist es dann nur noch ein kleiner Schritt, bis es dann in einigen Jahren heisst, "Wir streichen Ihnen die Zusatzversicherung oder lehnen Sie ab, da Sie nicht in der entsprechenden Datenbank erfasst sind", daher nenne ich dies nicht wirklich ein Fortschritt.

Aus diesen zwei Hauptgründen spreche ich mich gegen eine Lockerung des GUMG und die GUMV aus und rufe in diesem Bereich zur äussersten Vorsicht auf.

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