Timeout statt Burnout – 6 Wochen Ferien für alle!

Seit 25 Jahren beträgt der gesetzliche Ferienanspruch unverändert vier Wochen. Das ist ungerecht und ungenügend. Der hohe Wettbewerbsdruck, eine rasende technische Entwicklung und die fortschreitende Globalisierung machen die Wirtschaft immer schneller und härter. Die hohe Arbeitsbelastung macht heute viele Arbeitnehmende krank und reduziert deren langfristige Leistungsfähigkeit markant. Dadurch entstehen volkswirtschaftliche Kosten von 10 Mia. Franken pro Jahr. Bundesrätin Sommaruga anerkennt die Wichtigkeit von Erholung und Wohlbefinden auf die Leistungsfähigkeit der Arbeitnehmenden. Das hat sie an der Medienkonferenz zur Abstimmung vom 11. März 2012 unterstrichen. Leider hat es der Bundesrat aber schmerzlich versäumt, Alternativen zur Initiative „6 Wochen Ferien für alle“ auszuarbeiten. Die Initiative von Travail.Suisse, dem unabhängigen Dachverband von 170‘000 Arbeitnehmenden, bleibt der einzige Weg zu einer gesünderen Arbeitswelt mit effizienten und motivierten Arbeitnehmenden.

Stress und Zeitdruck sind die häufigsten Gesundheitsrisiken am Arbeitsplatz und verursachen beträchtliche Kosten für die Schweizer Wirtschaft und Gesellschaft. Den Betrieben entstehen durch Krankheitsausfälle und Krankentaggeldversicherungen, durch Unfälle, Invalidität, Produktionsausfälle und Personalfluktuationen enorme Kosten. Das SECO schätzt die Kosten der arbeitsbedingten Gesundheitsbeeinträchtigungen auf 10 Milliarden Franken pro Jahr. Mehr Regeneration durch mehr Ferien ist zwar nicht gratis. Eine Woche Ferien kostet den Arbeitgeber pro Arbeitnehmer rund 5 Franken mehr pro Tag. Oder anders ausgerechnet: Eine Woche Ferien kostet die Arbeitgeber ca. zwei Prozent der Lohnsumme. Geht man davon aus, dass die Ferien um eine Woche erhöht würden – der durchschnittliche Ferienanspruch in der Schweiz liegt bereits heute bei fünf Wochen – belaufen sich die volkswirtschaftlichen Kosten der Initiative „6 Wochen Ferien für alle“ auf ca. 6.8 Milliarden Franken. Vergleicht man diesen Betrag mit den vom SECO geschätzten Kostenfolgen der hohen Arbeitsbelastung von zehn Milliarden Franken pro Jahr, ist eine Woche mehr Ferien eine lohnende Investition für die Wirtschaft und die Gesellschaft.

Kurzfristig sind Stress und wirtschaftlicher Erfolg sicher miteinander vereinbar - auf lange Sicht aber ist jedes Unternehmen und auch die Schweizer Volkswirtschaft als Ganzes auf gesunde, leistungsfähige und motivierte Arbeitnehmende angewiesen.

Gönnen Sie sich und allen anderen Arbeitnehmenden in der Schweiz den Schritt in eine gesündere Arbeitswelt! Stimmen Sie am 11. März ja zu 6 Wochen Ferien für alle.

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