6 Wochen Ferien - mehr Leistung braucht auch mehr Erholung

Die Wirtschaftsverbände laufen Sturm, 6 Wochen Ferien sei der Tod der KMU und eine Stahlkugel am Bein der Schweizer Wirtschaft. Aber Jahr für Jahr wird von Angestellten verlangt, dass sie volle Leistung bringen. Wenn die Wirtschaft lahmt werden Arbeitszeiten verlängert ohne das dies abgegolten würde. Einsatz ist gefordert, Aufopferung des Mitarbeiters ist schon eine Selbstverständlichkeit. Begründet wird alles mit der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und des Landes.
Der Druck bei der Arbeit nimmt stetig zu, die Burn-out Zahlen steigen weiter an.
Menschen "verbrennen" weil sie unter andauernd unter hohen Belastungen leiden.
Der Angestellte scheint nicht mehr Mensch zu sein. Im Jargon der Unternehmensführer und Mächtigen wird von Human Ressource, Human Capital und Assets gesprochen. Die Angestellten sind also nur noch eine zu verbrauchende Ressource. Jeder ist ersetzbar, wenn der eine aufgebraucht/verbrannt ist, holen sie halt den nächsten.
Wen wundert es dabei, dass immer mehr Menschen stressbedingt ausfallen. Depressionen, Burn-outs und weitere Folgen von hohen Belastungen sind auf dem Vormarsch.

6 Wochen Ferien sollen also nicht verkraftbar sein für den Wirtschaftsstandort Schweiz. Was kosten denn Arbeitsausfälle wegen Burn-outs?, etc?
Bereits 2005 gaben laut seco Studie 83% der Arbeitnehmer an, sich gestresst zu fühlen.
Stressbedingte Beschwerden kosten jährlich 4.2 Milliarden Franken. Das sind 1,2% des BIP.
Den Luxus soviel Geld zu verlieren will sich die Wirtschaft leisten, 6 Wochen Ferien sind aber nicht möglich?
Ein zufriedener, motivierter und ausgeruhter Angestellter bringt auf lange Sicht auch mehr Produktivität. Daran müssten Firmen doch auch interessiert sein?!

12 Kommentare


Diskutieren Sie mit!

Bei Politnetz legen wir Wert auf einen konstruktiven Austausch. Bitte bleiben Sie beim Thema und respektieren Sie andere Personen. Lesen Sie unsere Diskussionsregeln.