6 Wochen Ferien – ein verlockendes Angebot?

Eine vom Gewerkschaftsdachverband Travail.Suisse getragene und von den linken Parteien unterstützte Initiative verlangt, dass alle Arbeitnehmenden jährlich mindestens sechs Wochen bezahlte Ferien erhalten. Ein auf den ersten Blick verlockendes Angebot, welches sich für die Arbeitnehmenden aber schnell zum Eigentor entwickeln kann.

Während man bei Grosskonzernen und Multis zu Recht den Verdacht äussern kann, innerhalb des Konzerns sei genügend Geld vorhanden, wenn man dieses gerechter unter der Belegschaft verteilen würde, muss bei dieser Vorlage dringend an die KMUs, welche die Schweizer Wirtschaft tragen und den Grossteil der Arbeitsplätze anbieten, gedacht werden. Die meisten KMUs werden es sich schlicht nicht leisten können, ihre Belegschaft kollektiv sechs Wochen in die Ferien zu schicken. Die dadurch gesenkte Produktivität der Unternehmen wird entweder durch tiefere Löhne, höhere Preise, eine Erhöhung der Wochenarbeitszeit kompensiert oder eine weitere Rationalisierung - Stellenabbau kompensiert. Alternativ wird halt einfach in weniger Zeit das gleiche Ergebnis benötigt. Kaum eine Firma in der Schweiz kann die durch eine zusätzliche Ferienwoche verursachten Mehrkosten von rund 2% einfach so wegstecken. Im Endeffekt resultiert für die Belegschaft somit im besten Fall ein Nullsummenspiel.

Aus diesem Grund ist ein Nein zur Initiative am 11.03.2012 im Interesse aller, sowohl der Arbeitgeber als auch der Arbeitnehmer.

(Es ist jedoch schade, wurde das gesetzliche Minimum nicht auf fünf Wochen angehoben.)

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