Abtritt Hildebrand – Ein (temporärer) Sieg für die SVP?

Der „Chef“ und seine Gefährten haben ihr Ziel erreicht, Herr Hildebrand ist abgetreten (wohl gemerkt auf eine Art und Weise, welche sich so mancher Politiker im Land als Vorbild nehmen sollte). Damit aber nicht genug. Umgehend wird Druck auf den Bankrat, ja sogar auf drei der erst frisch im Amt bestätigten Bundesräte ausgeübt. Die SVP scheint plötzlich die einzige Instanz in unserem Land zu sein, welche im Stande ist zu entscheiden, welche Personen ihren Ämtern gewachsen sind und welche schleunigst ausgetauscht werden müssen. Dass dabei ausschliesslich die Rücktritte von nicht SVP Leuten gefordert werden und im Gegenzug ausschliesslich SVP Exponenten als einzig mögliche Nachfolger portiert werden, lässt die wahren Absichten hinter der Dollar-Affäre erahnen.

Fakt ist: Herr Hildebrand hat weder gegen ein in unserem Land geltendes Gesetz, noch gegen ein für sein Amt relevantes Reglement verstossen. Ein in einem Internetforum publizierter Vergleich bringt es auf den Punkt:

"Es gibt jedoch noch so etwas wie eine moralische Instanz - und vor der hat Herr Hildebrand nicht bestanden. Ironie des Schicksals ist, dass diese "Waffe" ausgerechnet dem moralisch wohl verwerflichsten Milliardär der Schweiz in die Hände gelangt und verwendet worden ist. Es ist wie wenn Amy Winehouse (rip) den Präsidenten des örtlichen blauen Kreuzes angeschwärzt und zum Rücktritt gebracht hätte, weil seine Frau ein Kirsch-Schokobonbon gegessen hat."

Abschliessend sei festgehalten: Es ist ein Spiel voller Verlierer, in welchem unnötig grosse Schäden angerichtet wurden. Herr Hildebrand musste abtreten, der Bankrat gerät unter Druck, der Ruf der Nationalbank ist ramponiert und die SVP lässt ihre wahre Gesinnung und ihre Verbindungen zu den Schweizer Grossbanken durchblicken. Ein Anwalt riskiert den Entzug seines Patents, ein Bankangestellter verliert den Job und muss mit einer Anzeige wegen Verstoss gegen das Bankgeheimnis rechnen etc. etc.

Es ist ein Spiel voller Verlierer. Von einem Sieg für eine der involvierten Gruppierungen zu sprechen wäre vermessen.

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