RAV: Schwachsinn von Amtes wegen

Vor einigen Jahren verlor meine bessere Hälfte und musste sich beim RAV anmelden. Nach dem ihr gekündigt wurde, ging sie nicht mehr Arbeiten, weil sie noch Überzeit und Ferien kompensieren musste.
Innerhalb der Kündigungsfrist hat sie schon einen neuen Arbeitsplatz gefunden, allerdings ist der Stellenantritt, erst anfangs August. Da sie nur einen 60% Job gefunden hat, musste sie noch 20% Arbeit suchen und fand diese auch innert kürzester Frist.
Obwohl sie eine feste schriftliche Stellenzusage hat, (Arbeitgeber ist die öffentliche Hand) muss sie vom RAV aus, jeden Monat zehn Bewerbungen schreiben. Da sie sehr gute Qualifikationen hat, kann sie sich nach jeder zweiten Bewerbung vorstellen gehen. So entsteht die widersinnige Situation, dass sie eine feste Stellenzusage hat und sie doch noch sich vorstellen gehen muss. Jedes Mal muss sie sich wieder etwas einfallen lassen, wie sie die potenziellen Arbeitgeber abwimmeln kann.
Für sie als Bewerberin und die interessierten Arbeitgeber, die sie einladen, entstehen so nichts als Umtriebe. Das ganze Spiel wird nur gespielt, weil das RAV dies so vorgibt und am Ende des Monats, die Formulare richtig ausgefüllt werden können.
Die Regelungen mit den zehn Bewerbungen ist reiner Schwachsinn. Da man sich auf jede zumutbare Stelle bewerben muss, kommt es dazu, das die Personalverantwortlichen über dreihundert Bewerbungen auf eine freie Stelle bekommen. Von diesen dreihundert Bewerbungen, stammen zweihundert von nicht genügend qualifizierten BewerberInnen, die ihr Dossier schicken, weil es das RAV, so befiehlt. So entstehen unnötige Kosten für die Arbeitgeber, die viel Geld für Porto ausgeben müssen. Zusätzlich zu den Mehrkosten, entsteht für die Personalverantwortlichen mehr Arbeit.
Anstatt Arbeit zu vermitteln, verkompliziert das RAV den Prozess der Jobsuche.

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