Die Forschung und Entwicklung von effizienteren und/oder neuen Antriebstechnologien zeigt seine Wirkung.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser

Nein, Sie haben sich vorhin beim Lesen des Titels nicht verlesen. Ja, ich bin Mitglied der JSVP. Und ja, der sorgfältige Umgang mit unserem Planeten, dem einzigen welchen wir haben, ist mir als junger Bürger sehr wichtig. Meine Parteizugehörigkeit spielt dabei keine Rolle - bei jedem Bürger und bei jeder Bürgerin sollte ein gewisses Umweltbewusstsein vorhanden sein.

Genau wie die Grünen und die GLP hat auch die SVP grüne Partien in ihrem Parteilogo. Ich deute diese als eine saubere, natürliche Landschaft der Schweiz. Wir alle müssen etwas besser auf die Umwelt achten als bisher, denn die Uhr tickt. Mit jedem Tag, speziell seit der Erfindung des Motors, den neuen technischen Errungenschaften und dem Beginn der Globalisierung nimmt der Schadstoffausstoss immer weiter zu.

Deshalb will ich in diesem Beitrag nicht über die herrschenden Missstände hinweg ziehen, sondern durch bereits erzielte Erfolge vielversprechende Konzepte und Strategien für die Zukunft ableiten. Ein grosser Teil des weltweiten Schadstoffausstosses wird durch den Verkehr verursacht. Das Problem hier nur auf den Strassenverkehr zu beschränken wäre zu oberflächlich - Der Flugverkehr und der Schiffsverkehr stossen eben auch Schadstoffe aus. Der Schadstoffausstoss im Verkehr muss als Ganzes wahrgenommen werden.

Nehmen wir nun den Strassenverkehr etwas genauer unter die Lupe.

http://www.tcs.ch/main/de/home/der_tcs/presse/mitteilungen/Autos_verbrauchen_immer_weniger.html

Der durchschnittliche Treibstoffverbrauch von neu zugelassenen Personenwagen in der Schweiz nahm auch im Jahr 2009 dank technischem Fortschritt im Motorenbau erneut ab. Vergleicht man den Verbrauch der Jahre 1989 bis 2009, so sank der durchschnittliche Verbrauch von 9 l auf 6.86 l, was einer Abnahme von 24 Prozent entspricht. (...) Konsumenten kaufen zudem vermehrt verbrauchsgünstige Fahrzeuge. So haben sich über die Hälfte von Ihnen für ein Modell der Effizienzkategorie A oder B entschieden

http://www.schweizmagazin.ch/auto/6958-Neuwagen-Durchschnittlicher-Verbrauch-auf-662L-100-gesunken.html

6,62 Liter pro 100 Kilometer betrug der durchschnittliche Treibstoffverbrauch der 2010 in der Schweiz neu in Verkehr gesetzten Personenwagen. Gegenüber dem Vorjahr (2009: 6,86 l/100 km) entspricht dies einer deutlichen Abnahme um 3,5%. Die durchschnittlichen CO2-Emissionen der Neuwagen sind um 3,6% gesunken und lagen 2010 bei 161 Gramm CO2 pro Kilometer (2009: 167 g/km)

Aus diesen beiden Quellen kann ich Folgendes ableiten:

  • Durchschnittlicher Gesamtverbrauch: 6.86 l/100km
  • Durchschnittlicher Verbrauch Neuwagen: 6,62l/100km

Diese geringe Differenz der beiden Zahlen sagen mir, dass wir heute in der Schweiz viele Neuwagen mit einem effizienterem Antriebssystem haben. Mit der Zeit wird sich der Durchschnittsverbrauch durch weitere Einschnitte der Politik, aber auch durch die Technischen Errungenschaften weiter gegen 0 bewegen. Gerade der sprunghafte Anstieg des Marktanteils der Hybrid -und Elektrowagen in den vergangenen Jahren illustriert die rasante technische Entwicklung. Bereits heute gibt es Elektroautos, welche für den Normalbenutzer hundert Mal akzeptierbar währen (Reichweite, Grösse, Preis). Wir werden bald an einem Punkt angelangt sein, an welchem wir Folgendes festhalten werden:

  • Durch die schwindenden Erdölreserven wird der Treibstoffpreis weiter steigen
  • Durch politische Instabilitäten und Krisen wird der Treibstoffpreis weiter steigen
  • Durch effizientere Antriebssysteme werden wir weniger oder gar keinen Sprit mehr benötigen
  • Wenn ich durch den Kauf eines solchen Fahrzeugs weniger Geld ausgeben muss, als bei einem konventionellen Fahrzeug, dann lohnt sich der Kauf höchstwahrscheinlich.
  • Oha - das dient dann sogar noch der Umwelt

Damit ein solcher Mentalitätswandel eintreten wird, muss jedoch noch Einiges geleistet werden. Die Technik und die Gesellschaft ist noch nicht bereit für einen kompletten Ersatz des konventionellen Diesel/Benzin-Motors, die Infrastruktur ist nicht vorhanden und das Preis/Leistungsverhältnis stimmt noch nicht.

Damit dieser Zeitpunkt des Wandels besser früher als später kommt, muss weiterhin viel in die Forschung und Entwicklung neuer Technologien investiert werden. Die Schweiz stösst als kleiner Staat im weltweiten Vergleich verschwindend geringe Schadstoffmengen aus. Der Klimawandel und die Umweltverschmutzung wird vor Allem durch die Grossmächte USA, Russland, China und Indien vorangetrieben. Schwellenländer und Asien, Afrika und Südamerika durchlaufen ein grosses Wirtschaftswachstum - auch dort zeichnet sich ab, dass die wirtschaftlichen Interessen vor dem Umweltschutz kommen. Das ist eigentlich logisch, aber auf der anderen Seite auch bedauerlich.

Die Überlegung der Grünen und Linken gerade in der Schweiz diesen verschwindend kleinen Teil des Schadstoffausstosses noch verschwindend kleiner machen zu wollen verstehe ich beim besten Willen nicht. Natürlich soll dies das Ziel sein, jedoch sollte es nicht das primäre Ziel sein. Als weltweit führender Forschungsstandort sollten wir andere Ambitionen haben, welche weltweit einen grösseren Nutzen haben können - Zum Beispiel eben die Entwicklung neuer Technologien, welche weltweit Exportiert werden kann (zum Beispiel eben in Schwellenländer), was dadurch unsere Wirtschaft stärkt und was weltweit einen besseren Umweltschutz möglich machen würden.

Im Flugverkehr zeichnet sich bereits ein solcher Mentalitätswandel ab. Aus wirtschaftlichen Überlegungen ist jede Fluggesellschaft daran interessiert, die Flugzeuge möglichst leicht zu bauen, um weniger Sprit zu verbrauchen. Dadurch muss weniger Sprit getankt werden, was die Ausgaben senkt und dadurch die Ticketpreise womöglich billiger werden (höhere Attraktivität) oder mehr Gewinn eingefahren werden kann. Leider aber gab es bisher keinen Quantensprung im kommerziellen Flugverkehr, welchen einen (Teil)ersatz des Kerosins in absehbarer Zeit ermöglichen würde. Doch auch hier wird an der Solarzellentechnik und an der Effizienz geforscht.
Trotz all dem - der Flugverkehr macht rund 13% des gesamten Treibstoffausstosses aus und dieser Teil steigt im Flugverkehr seit Jahrzehnten rapide an. Es gibt immer mehr Flüge und auch Kurzstreckenflüge, welche ökologisch extrem ineffizient sind. Das Problem kann man hier nur durch einen eben genannten Quantensprung in der Technologieentwicklung erreichen, denn die Erfolge in der Effizienz werden von der Flugverkehrszunahme mit Links in den Schatten gestellt.

Nun zur Schifffahrt:

http://www.welt.de/wissenschaft/article1256471/Schiffe_sind_mit_die_groessten_Klimasuender.html

Lange Zeit galt die Schifffahrt als besonders umweltfreundlich. Neue Studien beweisen das Gegenteil. Tatsächlich sind Schiffe mit die größten Umweltsünder.

Und:

Nahezu 90 Prozent des globalen Güter- und Warentransports läuft über Seewege. (...) Betrieben werden die Dieselmotoren der Tanker und Container mit Schweröl. Der im Handel als Bunker C oder Bunkeröl C bekannte Kraftstoff ist ein Abfallprodukt der Öl-Raffinerien.

http://www.faz.net/aktuell/technik-motor/umwelt-technik/schiffsemissionen-die-sauberkeit-auf-see-fordert-einen-hohen-preis-1912141.html

Diese teerähnliche Masse ist ein Abfallprodukt mit einem hohen Anteil an giftigen Stoffen, das eigentlich als Sondermüll behandelt werden müsste

Und:

Die Herausforderungen sind deshalb so gewaltig, weil sich die neuen Grenzwerte nur mit massiven Eingriffen ins Antriebssystem umsetzen lassen. Das gilt auch für den Treibstoff.

Sie sehen, die Probleme im Schiffsverkehr wurden eben erst erkannt und die Lösung erweist sich als sehr kompliziert. Schweröl ist als Abfallprodukt schwer noch sauberer bzw. reiner zu machen. Die Alternative wäre auch hier eine völlig neue Antriebstechnologie.

So oder so: Die Antriebstechnologien, egal in welchem Segment, befinden sich in einem Umbruch. So oder so: In einigen Jahrzehnten werden die Erdölvorkommen versiegen und wir werden gezwungen sein, auf alternative Antriebsarten und Energiequellen umzusteigen.

Sorgen wir dafür, dass wir es nicht bis aufs Letzte rauskommen lassen! Sie und ich wissen genau, dass Treibstoffabgaben im Strassenverkehr die Leute nicht vom Auto Fahren abhalten werden, sie werden lediglich ausgebeutet. Fokussieren wir uns auf das Wesentliche, nämlich einer wirtschaftlich tragbaren, ja sogar fördernder, Strategie, welcher auch der Umwelt zu Gute kommt. Und diese besteht aus meiner Sicht darin, sich auf die Forschung und Innovation hier in der Schweiz zu fokussieren. Dies hilft nicht nur der Umwelt, sondern es hilft auch der Wirtschaft und es schafft garantiert neue Arbeitsplätze. Ich bezeichne dies als einen positiven Zyklus, welcher sich selbständig pusht. Ein Gewinn für die Schweiz.

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