Fall Hildebrand: Ein Eigentor der SVP Kritiker! Und ein bleibender Schaden für die Schweiz?

Die Affäre Hildebrand (oder für die SVP Kritiker eher die Affäre Blocher Nr. X) hat wieder mal eines deutlich zum Vorschein gebracht:

Unsere Politiker und Medien messen Worte und Taten verschiedener Personen nicht mit gleichen Ellen!

Bis vor kurzem war Philipp Hildebrand noch Feindbild der Politiker, Gewerkschafter und Bänker! Dass er und die SNB den Mindestkurs des Euros nicht weiter nach oben schrauben wollten, stiess den meisten genauso an den Kopf, wie die Milliardenverluste im 2010! Seit aber klar ist, dass die SVP an den Enthüllungen beteiligt war, wollen die meisten Leute nichts mehr über das Fehlverhalten Hildebrands wissen. Hildebrand genoss die volle Unterstützung aller Politiker von Links bis Mitterechts!

  • Dieselben Politiker und dieselben Medien, die nicht zwischen Christoph und Rahel Blocher unterscheiden möchten, wenn es um den Kauf der BaZ geht, wollen nun wissen, dass Kashya Hildebrand aus eigenem Antrieb die Transaktionen auf dem gemeinsamen Konto durchgeführt hat!
  • Ausserdem finden dieselben Personen, die Spekulanten an der Börse bekämpfen wollen, es unbedenklich wenn die Frau des Nationalbankpräsidenten mit höheren 6 stelligen Beträgen herumjongliert!
  • Ja es kommt noch besser: Dieselben Exponenten, die finden dass alle Bänker die reinsten Abzocker sind, geben sich mit einer Untersuchung zufrieden, die sich auf die Aussagen des Beschuldigten stützt und die nur die Beweise berücksichtigt, die vom Beschuldigten persönlich eingereicht wurden!

Als wäre das nicht schon lächerlich genug, reiben sich nun alle die Augen und fragen sich, weshalb Hildebrand so schnell zurücktrat! Da viele Politiker leider wohl nicht stark im Denken sind, begnügt man sich mit der Antwort die einem gerade am besten passt: Hildebrand trat wegen der Attacken der SVP zurück! Doch die viel logischere Begründung liegt darin: Hildebrand hat sich zu weit aus dem Fenster gelehnt, als er sagte, er werde alle E-Mails und Bankdaten offenlegen! Anscheinend war im zu dem Zeitpunkt nicht bewusst, dass diese beweisen: Er hat gelogen!

Was die linken Medien – selbst das SF unter der Herrschaft von Roger de Weck – nicht mehr abstreiten können, wollen hingegen noch nicht alle Politiker wahrhaben. Wahrscheinlich hoffen viele auch darauf, dass schnell mal Gras über die Sache wächst und man schon in einer Woche niemand mehr davon spricht. Daher wird man sich nun sicherlich auch dagegen aussprechen, dass der Fall vom Ursprung bis zur Aufdeckung genauestens untersucht wird!

Natürlich wurden auch auf der Seite der SVP und der Weltwoche Fehler gemacht. Dass man jedoch die Fehler der einen Seite in den Vordergrund stellt und die Fehler der anderen Seite verniedlicht, ist äusserst bedenklich!

Was am Ende bleibt:
- SVP Kritiker, die einmal mehr bewiesen, dass es ihnen nicht um die Sache sondern gegen die SVP geht, die sich hinter den SNB Präsidenten gestellt haben und dafür die Aufdeckung der Missetaten in den Vordergrund stellen wollten und die blauäugig den Ergebnissen der Scheinuntersuchung von PWC glaubten. Diese stehen nun mit runtergelassenen Hosen da, was aber spätestens dann wieder vergessen sein wird, wenn die nächste SVP Hetze anfängt!
- Eine SNB, die nun kurzfristig einen Ersatz für Herrn Hildebrand finden muss und sich darauf verlassen kann entweder von der politisch Linken oder politisch Rechten dabei massiv attackiert zu werden. Schlimmer ist jedoch dass, die SNB viel Glaubwürdigkeit verloren hat! Zum einen weil das Reglement viel zu lasch ist und bisher nicht öffentlich war. Zum anderen weil sowohl die interne Untersuchung als auch diejenige von PWC bloss Alibiübungen waren und immer von der Wahrheit Hildebrands Aussagen ausgingen, dieser aber selbst in der Pressekonferenz noch wie ein Profipolitiker die Realität verdreht hat!
- Eine SVP die nach mehreren Schlappen nun wieder mal einen Sieg verbuchen konnte! Dies weniger deswegen, weil sie sich so geschickt angestellt hat, sondern viel mehr weil alle anderen Parteien sofort gegen die SVP schiessen, ungeachtet dessen, welche Position sie dadurch einnehmen müssen!

Fazit:
Die Fronten in der Politik sind so verhärtet, dass man sich sogar gegeneinander stellt, wenn man gleicher Meinung ist oder der Fall offensichtlich ist! Anstatt den Fall objektiv zu analysieren und eine unabhängige Untersuchung zu befürworten,** treibt man lieber eine Schlammschlacht in der es langfristig nur Verlierer gibt!**

Oder wie es ein anderer Verfasser schon geschrieben hat: Die SVP hat zwar diese Schlacht gewonnen, den Krieg jedoch verloren. Was man jedoch noch anfügen müsste ist: In einem Krieg gibt es keine Gewinner – nur Verlierer!

Wahrscheinlich hat diese Affäre der Schweiz mittelfristig nicht geschadet, aber der „Politkrieg“ tut es allemal und das traurigste an dieser Sache: Das Volk macht bei dieser Schlammschlacht noch mit!

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