Wer hat ein Interesse an der Destabilisierung des Finanz- und Werkplatz Schweiz?

Ob die publik gewordenen Devisentransaktionen mit seiner beruflichen Funktion vereinbar waren, sind aus meiner Sicht mit zwei grundlegenden Fragen zu klären. Der erste Punkt beinhalte die Frage, ob die Einhaltung der rechtlichen und reglementarischen Vorgaben eingehalten wurde und keine subjektive Ausnutzung von „Insiderwissen“ bestand. Zweitens muss sichergestellt sein, dass diese Transaktionen auch den Ansprüchen genügen, dass ein Dritter daraus schliesst, das die Integrität gewährleistet wurde. Rein moralische Argumente lasse ich nicht zu, da diese nicht messbar und dehnbar sind, zudem werden diese oft missbraucht, wie die Vergangenheit zeigte.

Aufgrund der bis heute öffentlich zugänglichen Informationen und Dokumente und den plausibeln sowie glaubhaften Erläuterungen von Herrn Hildebrand scheint mir der erste Punkt erfüllt zu sein. Insbesondere ist Herr Hildebrand in der Vergangenheit, im Gegen-satz zu anderen Protagonisten, nicht als Lügner oder durch nicht integeres Verhalten auf-gefallen.

Der zweite Punkt ist aber nicht so einfach erfüllt, insbesondere dann nicht wenn, wie in ähnlichen gelagerten Fällen, solche Reglement und (Gesetzes-) Vorschriften auch für nahe stehende Personen gelten. Es gibt zwar keine allgemein gültige Definition für nahe stehende Personen, jedoch sind die nachfolgenden Personen unbestritten nahe stehend:
„ Unmittelbare Familienangehörige: Zu den unmittelbaren Familienangehörigen zählen Ehegatten, Lebensabschnittspartner und Personen, die finanziell abhängig sind (z.B. Kinder). Eine finanzielle Abhängigkeit liegt dann vor, wenn im abgelaufenen Kalenderjahr mehr als die Hälfte des Lebensunterhalts einer Person bezahlt wurde. „

Ob auch nahe Verwandte, die finanziell unabhängig sind dazu zählen ist in diesem konkreten Fall umstritten und nicht ausschlaggebend.

Begutachtet man den Bericht der Revisionsstelle, welche von einer heiklen Transaktion spricht und die Aussagen von Herrn Hildebrand anlässlich der Pressekonferenz, wird zu-mindest von den betroffenen, nicht in Abrede gestellt, dass die Ehefrau als Auftraggeberin den Anschein erwecken könnte, dass ein Dritter nicht sofort daraus schliessen kann, dass die Integrität gewährleistet wurde.

Daraus schliesse ich, dass die erwähnte Transaktion mit der beruflichen Funktion von Herrn Hildebrand nicht vereinbar war/ist. Meines Erachtens hätte Herr Hildebrand, die Transaktion sofort nach seiner Kenntnis darüber rückgängig machen oder schliessen sollen und einen allfälligen Gewinn daraus an eine gemeinnützige Institution überweisen sollen (selbstverständlich unter Information des Bankrates). Sein effektives Verhalten, kann unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Compliance-Stelle der SNB, dies absegnete, als ausreichend, aber suboptimal betrachtet werden. Ich erachte es aber als ein falsches Vorgehen und betrachte dies als einen Fehler. Ich würde aber aufgrund des heutigen Wissenstandes seinen Kopf nicht fordern, aber die Reglemente sind unverzüglich anzupassen und in der Zwischenzeit sollten sämtliche Finanz- und Kapitalmarkt-transaktionen, abgesehen von ordentlichen Zahlungen, verboten sein.

Neben dem Verhalten von Hildebrand ist auch das Verhalten der anderen Protagonisten zu beurteilen. Die schwierigste Beurteilung stellt jene des IT-Mitarbeiters der Bank Sarasin dar. Mit meinem Wissen, wäre ich nach dem Auffinden dieser Transaktionen an andere Stellen gelangt. Namentlich an den zuständigen Kundenberater, and den Compliance-Verantwortlichen, an die interne Revision oder als ultimo ratio an die externe Revisions-stelle und zwar in schriftlicher Form. Aufgrund seines Wissenstandes kann der Mitein-bezug seines Rechtsvertreter nachvollzogen werden, ist aber aufgrund des Berufs- und Bankgeheimnis mehr als heikel. Die Handlung von Herrn Hermann Lei, kann ich dagegen unter keinem Titel nachvollziehen, stimmen zudem die Darstellungen der Presse, dass Herr Lei gegen den Willen des Whistleblowers die Medien und die Öffentlichkeit mit ein-bezog, wiegt sein Fehlverhalten um einiges Stärker. Dass Herr Doktor Christoph Blocher mit diesen Dokumenten an die Bundespräsidentin gelangte, erachte ich grundsätzlich als richtig. Sein nachfolgendes Verhalten kann ich nicht nachvollziehen und verstehe seine Absichten nur dann, wenn ich ihm unlauteres Verhalten unterstellen würde, davor will ich mich hüten.

Meines Erachtens könnten solche Dynamiken nur mit der Einrichtung einer unabhängigen, dem Bankgeheimnis unterstellten Meldestelle unterbunden werden. Diese Meldestelle muss solche Transaktionen anonymisiert mit den betroffenen und den kontrollierenden Stellen, also den Aufsichtsbehörden besprechen und das weitere Vorgehen in Angriff nimmt. Zudem wäre es wünschenswert, wenn der Whistleblower über die weiteren Schritte dieser Meldestelle informiert wird, damit dieser nicht aufgrund von falschen Annahmen dennoch so handelt.

Last but not least, mittlerweile muss auch folgende Frage: „Wer profitiert von einer Destabilisierung der Notenbank“ in den Mittelpunkt gerückt werden. Dass das Verhalten des Dr. C.B. aus H, seinem Kampfblatt und seinen Jünger genau dies zum Ziel hat, kann aufgrund des heutigen Wissenstandes nicht mehr ausgeschlossen werden.

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