Hat die Selbst-Demontage des Christoph Blocher begonnen?

Die einen verehren ihn wie einen Messias, die anderen verteufeln ihn. Das ist nichts neues. Dass Herr Blocher eine prägende Figur der jüngeren CH Politik war, werden ihm auch jene zubilligen, die nicht auf seiner Wellenlänge ticken. Und jemand wie er, der sich zeitlebens für sein Land eingesetzt hat, verdient einen Abgang in Würde. Es berührt deshalb peinlich, was er nun in den Affären BAZ und Hildebrand für eine Rolle spielt.

Die früher instinktsichere Öffentlichkeitsarbeit scheint ihm total aus dem Ruder zu laufen. Wie anders ist es zu erklären, dass ein Presseerzeugnis aus seinem Dunstkreis den SNB-Präsidenten vor dem Abschluss der Untersuchungen als Lügner beschimpft, während er selbst wiederholt (zur Erinngerung: BAZ und SNB) Statements ins Mikrophon diktierte, um sie ein paar Tage später unter dem Druck der bekannt gewordenen Tatsachen zurücknehmen zu müssen? Wie nennt man dieses Verhaltensmuster schon wieder?

Hinzu kommt, dass Herr Blocher seine nicht ganz koscheren Motive früher geschickter vernebelt hat. In der Causa Hildebrand wird mit einem Mal für die ganze Öffentlichkeit der hässliche Part des "Systems Blocher" erkennbar. Institutionen wie Gerichte und die SNB, für die der Verfassungsgeber bewusst ein hohes Mass an Unabhängigkeit vom Rockzipfel der Parteien eingerichtet hat, sind den rechtsbürgerlichen Kreisen genau deshalb seit jeher ein Dorn im Auge. Anders als im politischen Tagesgeschäft, dem sie direkt oder via das instrumentalisierte Volch immer wieder erfolgreich den Stempel aufdrücken können, lässt sich die eigene Gesinnung diesen unabhängigen Institutionen nicht so leicht aufzwingen.

Und was müssen wir nun mitansehen? Jedes Mittel scheint Herrn Blocher recht zu sein, um die persönliche Hetze gegen den SNB-Präsidenten fortzusetzen, ja sogar der Bundespräsidentin gegenüber ausdrücklich dessen Kopf zu fordern. Er stützt sich dabei auf Informationen, die zum einen den behaupteten Sachverhalt keineswegs eindeutig beweisen, und zum andern auch für ihn ganz offensichtlich nicht auf legalen Wegen in seine Hände gelangt sein konnten.

Heiligt der Zweck solche Mittel?

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