Islamophobie und Islamfeindlichkeit in Europa weit verbreitet

In den letz­ten Jah­ren hat die Is­lam­feind­lich­kei​t in Eu­ropa in einem er­schre­cken­dem Mass zu­ge­nom­men. Die At­ten­tate und Mas­sen­morde in Nor­we­gen und Deutsch­land sind nur die Spitze des Eis­bergs. Noch be­denk­li­cher ist, dass dis­kri­mi­nie­rende und ras­sis­ti­sche Äusserungen gegen Mus­lime of­fen­bar salonfähig ge­wor­den sind.

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Islamoph​obie oder die unbegründete Angst vor dem Islam

Der Hauptgrund für diese islamfeindliche Stimmung ist oftmals die weitverbreitete Islamophobie, die bei viele Europäern aber auch Amerikanern herrsch, also die unbegründete Angst vor dem Islam und den Muslimen. Diese Islamophobie ist meist auf mangelndes aufgeklärtes Denken, Vorurteile und mangelndes Wissen über den Islam zurückzuführen. Es kein ist kein Zufall, dass in der Schweiz gerade Leute mit tiefem Bildungsstand der Minarett-Initiative zugestimmt haben, währenddem sie von Akademikern deutlich abgelehnt wurde. Zusätzlich wird diese Islamophobie natürlich gezielt von Rechtsparteien in Europa (Front national, NPD, PVV, SVP,...) geschührt.

Falsch​e Behauptungen und Vorurteile

Dabei werden teilweise bewusst (Drahtzieher) aber oftmals unbewusst (Mitläufer) falsche Behauptungen und Vorurteile über den Islam, die Muslime oder den Koran verbreitet (vor allem übers Internet), die oftmals rassistisch und diskriminierend sind (Auch Vimentis wurde davon leider nicht verschont). Auch der Attentäter von Norwegen Anders Breivik war einer von ihnen.

Das Märchen von der Islamisierung

Das grösste Märchen, dass aber verbreitet wird, das Märchen von der "Islamisierung" Europas. Das sich dieses Märchen, das allen Fakten widerspricht, überhaupt durchsetzten kann, hat mit der bereits angesprochenen weit verbreiteten Islamophobie zu tun. Wie absurd teilweise argumentiert wird, zeigt das Beispiel von dem abgewählten SVP-Nationalrat Ulrich Schlüer. In einem in allen Zeitungen verbreiteten Inserat hatte er den Anteil der Muslime in der Schweiz auf 72% prognostiziert. Dabei hatte Schlüer einfach immer die Anteile alle 10 Jahre verdoppelt (nur weil er sich von 1990 bis 2000 verdoppelt hatte als Folge des Balkankriegs). Für 2050 würde gemäss Schlüer der Anteil 144% betragen. Spätestens jetzt merkt jeder, der einigermassen denken kann, wie stupid und unseriös die Behauptungen von Schlüer sind. Fakt ist, dass der Anteil der Muslime seit 2000 kaum mehr zugenommen hat, was die islamfeindlichen Hassprediger natürlich bewusst verschweigen!

Dis​kriminierende Sondergesetze

In vielen europäischen Staaten werden mittlerweile diskriminierende Sondergesetze für die muslimische Minderheit diskutiert. In der Schweiz hat man ein derartiges Sondergesetzt mit dem Minarett-Verbot, das klar gegen die Menschenrechte und die Grundrechte der Schweizer Verfassung verstösst, bereits eingeführt.

Die SVP als Vorbild für rechtsextreme Parteien in ganz Europa

Die SVP und ihre islamfeindlichen Exponenten (Freysinger, Wobmann, Reimann, Schlüer,...) werden mittlerweile bei rechtsextremer Gruppierungen in ganz Europa als Helden gefeiert. Zahlreiche solcher Gruppierungen haben SVP-Plakatsujets übernommen, darunter auch das Anti-Minarett-Plakat.​

Gefährliche "neue" Rechtsterroristen

Di​e Anschläge in Norwegen und Deutschland zeigen wie gefährlich diese neuen Rechten sind. Und sie zeigen auch wie massiv und auf fahrlässige Art und Weise dieser neue Terrorismus verharmlost und unterschätzt wurde. Diese neue Rechte zeichnet sich durch folgende Punkte aus:

  • Hass gegen die "Multikulti"-Gesell​schaft
  • Hass gegen "Linke" (wobei alles was nicht rechtsaussen ist, als "links" bezeichnet wird). Diese Linken werden für diese angeblich schädliche "Multikul​ti"-Gesellschaft verantwortlich gemacht
  • Hass gegen Muslime (oftmals sind die Vertreter dieser neuen Rechtsextremen sogar "pro-jüdisch" eingestellt, also nicht mehr antisemitisch wie die Neonazis)
  • christlich​-konservative, teilweise christlich-fundamenta​listische Grundhaltung

Beson​ders erschreckend ist, dass die neue Rechte offenbar "salonfähig" geworden ist. Rassistische Beleidigungen und Diskriminierungen von Muslimen stossen offensichtlic​h bei einem relativ grossen Teil der Bevölkerung nicht auf Widerstand (Siehe Annahme Minarett-Initiative).​ Erinnerungen an das frühe 20. Jahrhundert werden wach. Damals waren Beleidigungen und Diskriminierungen gegenüber Juden akzeptiert worden.

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