"Strukturelle Nichtangriffsfähigkeit" ist innereuropäisch bereits vorhanden. Eine weitergehende Reduzierung geht nur zulasten der Landesverteidigung.

Die Europäischen Armeen wurden und werden bereits heute fortwährend auf die veränderte geopolitische Lage angepasst und auf neue Bedrohungen und Herausforderungen ausgerichtet.

Tatsächlich haben diesbezüglich die Ab- und Umrüstungsanstrengungen sowie die Sparbemühungen der vergangenen Jahre und Jahrzehnte bereits dazu geführt, dass die Schweizer Armee und auch die anderen europäischen Armeen nicht mehr in der Lage sind, von sich aus Angriffskriege zu führen. Die Schweizer Armee mit ihrem dezidierten Defensivauftrag und der Fokussierung auf konventionelle Waffen ist hierbei schon jetzt das beste Beispiel.

Es fehlt den europäischen Staaten inzwischen schlicht an der Führungs- und Aufklärungsfähigkeit, an der Logistik und an der Produktionskapazität, um innerhalb Europas einen Angriffskrieg erfolgreich zu führen. Zudem fehlt der international-politische Rückhalt und somit nicht zuletzt die Möglichkeit, erobertes Territorium längerfristig zu halten und zu kontrollieren. Insofern ist die "strukturelle Nichtangriffsfähigkeit" längst vorhanden.

Die Forderung nach einer weiteren Redimensionierung der Schweizer Armee unter dem Deckmäntelchen der "strukturellen Nichtangriffsfähigkeit" ist blosse Augenwischerei. Es geht nicht um die Schaffung einer längst vorhandenen Defensivarmee, sondern um die Armeeabschaffung auf Raten.

Dies verunmöglicht letztlich den mit der "strukturellen Nichtangriffsfähigkeit" vermeintlich befürworteten Verteidigungsauftrag der Armee. Die grundlegenden Anforderungen an eine für die Verteidigung notwendige Infrastruktur werden ignoriert und es wird insbesondere ausser Acht gelassen, dass geopolitische Entwicklungen schwer vorhersehbar sind und die Armee ihren Verteidigungsauftrag nicht nur heute, sondern auch in Zukunft erfüllen muss.

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