Junge - emanzipiert euch!

Die Generation der 35 bis 50 Jährigen wurde durch zwei Strömungen politisiert. Den Grünen und der Europadiskussion. Irgendwo zwischen Tschernobyl und der EWR Abstimmung entschied sich für die meisten politisch interessierten Menschen, in welches Lager sie gehören. Seit rund 20 Jahren stehen sich diese Lager unversöhnlich gegenüber und die Diskussionen sind oft vorhersehbar. Du bist für oder du bist gegen. Für oder gegen Atomstrom. Für oder gegen die EU. Für oder gegen die Roten. Für oder gegen die AHV. Für oder gegen Blocher. Dazwischen hat wenig Platz.

Die Welt hat sich aber verändert. Die EU-Frage ist längst nicht mehr so wichtig. Die Welt ist heute Global und die Machtverhältnisse werden neu geordnet. China stieg zur Weltmacht auf, Russland dankte ab. Brasilien überholt England in der Wirtschaftsleistung und die ehemaligen Kolonialherren aus Spanien und Portugal fragen in Lateinamerika um Kredite an.

Müssen die jungen Politiker unsere Diskussionen übernehmen?

Ja, die Generation der 15 bis 35 Jährigen kann unsere Diskussionen übernehmen. Blocher, Atomstrom, EU, die ganze Litanei und dies mit denselben Argumenten, wie wir sie schon seit 20 Jahren wie altes Bier rauf und runter beten. Oder - die Jungen machen sich eigene Gedanken. Frische Gedanken.

Wie wäre es, wenn die FDP Umweltschutzmassnahmen unter dem Aspekt beurteilt, dass neue Marktteilnehmer wie China und Indien die Rohstoffpreise in die Höhe treiben und eine energieeffiziente Wirtschaft Wettbewerbsvorteile hat?

Wie wäre es, wenn die SP das Flüchtlingsthema unter dem Aspekt anschaut, dass wirklich schutzbedürftige Flüchtlinge wegen der hohen Reisekosten zu Hause bleiben und es vorwiegend Wirtschaftsflüchtlinge sind, die die Kanäle des Asylsystems verstopfen.

Und wie wäre es, wenn die SVP bei den Krankenkassenprämien ganz neue Lösungen finden würde. Unter dem Gesichtspunkt, dass wir hier zu viele Fremde haben, könnten sie ja Spital- und Rehaaufenthalte im Ausland fordern. Dies senkt die Kosten und macht weniger Leute hier nötig.

Liebe junge Politikinteressierte macht euch frei von unserer Sicht auf die Dinge. Habt den Mut euch eure eigenen Gedanken zu machen. Tut, was die Jugend zu tun hat, und stellt uns infrage. Hört auf euch mit Themen von 1990 zu beschäftigen und fangt an Antworten für die Zeit nach 2012 zu finden.

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