Das Sündebocksystem, das unsere Gesellschaft immer mehr entzweit, muss beendet werden. Jeder soll so leben können, wie es ihm gesundheitlich am besten behagt.

Die Schriftstellerin Juli Zeh kritisiert die zunehmende Bevormundung der Bürger durch den Staat mit Geboten und Verboten. Die Gesellschaft werde mit Verboten und Geboten pathologisiert. http://www.tagesanzeiger.ch/leben/gesellschaft/Es-gibt-nichts-Teureres-als-ein-langes-Leben/story/10144823 Nebst Rauchverbot, steht auch Dickleibigkeit auf der Prioritätenliste des Bundesamtes für Gesundheit. Einige Politiker rufen nach weiteren Deklarationsvorschriften für Lebensmittel. Wie lange dauert es noch, bis auf der Verpackung steht, dass man das Papier nicht mitessen soll? Als ob der Bevormundung nicht genügend, verlangt heute das „Blaue Kreuz“ auch noch ein Werbeverbot für Bier in den Stadien. Die Pathologisierung findet aber auch auf der geistigen Ebene statt: Fast jedes zweite Kind braucht in der Primarschule in irgendeiner Weise Stützunterricht, den Buben wird massenhaft Ritalin verabreicht. Ich finde, dass dieses Sündebocksystem, das unsere Gesellschaft immer mehr entzweit, beendet wird. Das Bundesamt für Gesundheit soll auf seine Kernkompetenzen zurückgebunden und die Mentalität der Abzockerei (z.B. Tabaksteuer) aufgegeben werden. Jeder soll so leben können, wie es ihm gesundheitlich am besten behagt.

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