Wohnungsmarkt: Regulierungen im Interesse einer wohngerechten Siedlungsentwicklung und der sozialen Durchmischung notwendig!

Wenn sich die Siedlung frei von Zonen- und Bauordnungen entwickeln könnte, hätten wir in den Kernzonen der grossen Städte der Schweiz Hochhäuser für profitable Dienstleistungsbetriebe und ihre notwendigsten Zulieferer sowie Wohnungen resp. Zweitwohnungen für die oberste Führungsschicht dieser Dienstleister. Beispiele dazu gibt es
z. B. in den USA mit ihren öden Zentrumslagen. Mit Siedlungsrichtplänen, Zonen- und Bauordnungen wird versucht, der Siedlungslandschaft ein attraktives Gesicht zu geben, die Durchmischung von wertschöpfungsstarken und –schwachen Nutzungen, die Durchgrünung der Siedlung und die soziale Mischung zu erhalten, um so eine menschengerechte Siedlungsstruktur zu schaffen.

Die gleichen Ziele verfolgt die Wohnungsmarktpolitik: Über den öffentlichen Grund- und Liegenschaftsbesitz, Baurechtsverträge, Baugenossenschaften und Kostenmieten wird versucht, die Bodenrente den bisherigen Stadtbewohnern zukommen zu lassen und so zu vermeiden, dass sich rein marktwirtschaftlich begründete Siedlungsstrukturen mit ihrer Tendenz zur Monokultur breitmachen. Die Bewirtschaftung des regulierten Wohnungsmarkts lässt sich sicher noch verbessern, z. B. durch eine konsequente Bevorzugung von bedürftigen und/oder kinderreichen Mietern auf Kosten von bisherigen Mietern, die nicht mehr auf Unterstützung angewiesen sind. Der Übergang von der Objekthilfe zur Subjekthilfe im Wohnungsmarkt macht hingegen keinen Sinn, würde das doch die durch die privaten Eigentümer abgeschöpfte Bodenrente an zentralen Lagen masslos in die Höhe treiben, vor allem weil die Subjekthilfe immer wieder neue Nachfrager anlockt.

Aber auch die Wirtschaft ist gefordert, ihre einseitige Fixierung auf die zentralsten Lagen ist in Frage zu stellen. Warum sollen sich immer nur die Menschen und die Infrastrukturbauten an die Standortpräferenzen der Wirtschaft anpassen? Die günstigeren Bodenpreise in den kleinen Partnerstädten der Grosszentren und die bessere Erreichbarkeit sollten eigentlich auch die Unternehmen dazu führen, Aktivitäten von zentralen Standorten in die Peripherie zu verlagern, um so den Bedürfnissen der Arbeitnehmenden entgegenzukommen und um die vorhandene Verkehrsinfrastruktur in Gegenlastrichtung zu nutzen.

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