Der Kauf neuer Kampfjets ist wirtschaftlich und sicherheitstechnisch ein Gewinn

Sehr geehrte Leserinnen und Leser

Vor ein paar Wochen wurde der Typenentscheid vom Bundesrat getroffen; der zukünftige Kampfjet soll der "Gripen" aus Schweden sein. Aus meiner Sicht ist dies ein sehr vernünftiger Entscheid, der Gripen ist verhältnismässig günstig und entspricht den Anforderungen der Schweizer Luftwaffe.

Nach dem Beschluss des Parlaments die Armeeausgaben zu erhöhen und neue Kampfjets zu beschaffen ging ein kleinerer Aufschrei durchs Land. Man sprach von "Geldverschwendung" und einer fehlenden Bedrohungslage. Aus meiner Sicht eine sehr belustigende Reaktion; kaufen wir neue Artillerie, Panzer oder Fahrzeuge bleiben alle still sitzen. Kaufen wir alle 35 Jahre neue Kampfjets und verkleinern sogar die Flotte, dann stehen die Linken Kopf. Dabei sind doch gerade die Kampfjets sicherheitstechnisch das wichtigste Mittel in einer Armee. Da wird das Geld (z.B. Sozialhilfemissbrauch, Entwicklungsgelder) für weitaus Dümmeres in weitaus höheren Beträgen ausgegeben. Lassen Sie mich die Vorteile einer starken Luftwaffe erklären.

Ein konventioneller Stellungskrieg ist in Europa heutzutage sehr unwahrscheinlich. Wir sind geographisch von den umliegenden NATO-Staaten von einem solchen Angriff geschützt. Sollte diese natürliche Barriere von einem Feind aber tatsächlich durchbrochen werden, dann bräuchten wir weitaus mehr, als eine 80'000 oder 120'000 Mann Armee. Nebenbei bemerkt sollte deshalb in Friedenszeiten die Truppenzahl massiv verkleinert und zu Kriegszeiten massiv vergrössert werden.
Das dort eingesparte Geld sollte dann nicht etwa für Panzer o.Ä. eingesetzt werden, sondern für die Luftwaffe. Jährlich gibt es ca. 400 echte Einsätze, doch den Panzer brauchen wir nun wirklich nie.
Sowieso wird der moderne Krieg heutzutage per Computer und in der Luft entschieden. Wer den Luftraum beherrscht, der beherrscht den Krieg. Hunderte Panzer sind weniger Wert als eine gute Luftwaffe. Ein Luftraum ist zum Beispiel auch viel einfacher zu durchbrechen, als die Bodenarmee eines Landes.
Über der Schweiz verlaufen zudem drei wichtige Luftlinien im zivilen Flugverkehr. Die Schweiz ist als neutraler Staat dazu verpflichtet, während internationalen Anlässen, aber auch während dem ganzen Jahr, die Sicherheit zu gewährleisten. Nur wegen unserer Neutralität und unserem Sicherheitsstandard finden solche Anlässe in der Schweiz statt und haben wichtige internationale Organisationen ihren Hauptsitz hier in der Schweiz.

Die Luftwaffe schlägt also mehrere Fliegen auf einen Schlag:

  • Stärkung der konventionellen Landesverteidigung
  • Unterstützung der zivilen Luftfahrt
  • Luftraumsicherung bei internationalen Anlässen
  • Starke Abschreckung

Ich bin deshalb der Meinung, dass zwar nicht mehr Geld für die Armee ausgegeben werden muss, jedoch die Armee in Friedenszeiten wie jetzt verkleinert und modernisiert werden sollte. Die Einsparungen sollten in Spezialeinheiten und die Luftwaffe fliessen, Truppengattungen, welche tatsächlich gebraucht werden. Das Geld muss intelligenter eingesetzt werden.

Nun wurde auch über den Preis der neuen Kampfjets diskutiert. Es wurde argumentiert, das Geld wäre in die Bildung besser investiert. Betrachtet man jedoch den Zustand der Tigers und der wirtschaftlichen Lage, so wäre ein sofortiger Kauf sogar wirtschaftlich ein Gewinn.

Ich beziehe mich hier auf folgenden Artikel:

http://www.20min.ch/finance/news/story/19746698

Der Euro ist schwach, der Franken stark und Schweden bietet uns ein sehr gutes Angebot an. Wie im Beitrag steht, würde vor Allem die Schweizer Rüstungsindustrie über Gegengeschäfte Gewinne von ca. 6.5 Milliarden Franken machen. Der Kauf der Kampfjets alleine ist weniger teuer - ein Gewinn. Zudem würde das Verhältnis zwischen Schweden und der Schweiz massiv gestärkt werden. Zukünftige ähnliche Geschäfte wären absehbar.

Zudem würde es keinen Sinn machen die alten Tigers jetzt für viel Geld aufzurüsten und dann trotzdem in vielleicht 5 oder 10 Jahren zu ersetzen. Zu diesem Zeitpunkt werden wir vielleicht kein so gutes Angebot mehr haben, wie jetzt und was mit dem Euro passieren wird kann man heute auch noch nicht sagen.

Schlagen wir also zu, jetzt wo die Bedingungen so gut sind. Dann haben wir für die kommenden Jahrzehnte bis zum Ersatz der FA/18 wieder Ruhe.

29 Kommentare


Diskutieren Sie mit!

Bei Politnetz legen wir Wert auf einen konstruktiven Austausch. Bitte bleiben Sie beim Thema und respektieren Sie andere Personen. Lesen Sie unsere Diskussionsregeln.


Mehr zum Thema «Armee»

zurück zum Seitenanfang
  • Copyright © Politnetz AG 2009–2017
  • Impressum
Release: production