Die SVP hat sich nach vergangenen guten Wahl- und Abstimmungsergebnissen erfolgstrunken in Siegerlaune gegeben. Gestern folgte zum 2. Mal das böse Erwachen.

Selbst wenn man politisch im konservativen bürgerlichen Mittelfeld steht und bei manchen Fragen vielleicht noch einen kleinen Zeh weiter rechts, waren die Exponenten der SVP kaum auszuhalten. Sie traten penetrant als einziger Messias für das Wohl von Wirtschaft und Gesellschaft auf. Sie schlugen gereichte Hände von nahe stehenden Kreisen aus und auf die anderen Parteien ein. Ihr überhebliches Friss-oder-stirb-Gebahren gegenüber den anderen war augenscheinlich, und jeder halbwegs objektive Betrachter von Politsendungen konnte ahnen, dass die SVP mit diesem Verhalten Schiffbruch erleiden wird.

Wer im Sandkasten in der Mitte hockt und allen Platz für sich beansprucht, dauernd nur rumbrüllt "Ich bestimme hier" und mit dem Schüfeli auf jeden draufschlägt, braucht sich nicht zu wundern, wenn die anderen nicht mehr mitspielen möchten. Der Mangel der Führungsriege an Wille und wohl auch an Fähigkeit, einen Schritt auf andere zuzugehen und Kompromisse einzugehen, hat selbst die Leute in den eigenen Reihen verärgert.

Leider können die Gurus der SVP auch nicht rechnen, denn selbst mit 26 oder 27 Prozent der Wählerstimmen lassen sich keine Mehrheiten bilden, wenn man den Rest gegen sich hat. Und ich bin davon überzeugt, selbst diese Zahlen werden rückläufig sein, sollte die SVP so starr bleiben.

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