Am Mittwoch will eine Mehrheit im Parlament unser Regierungssystem zu Grabe tragen. Ihre Machtgier ist stärker als die Selbstlosigkeit unserer Staatsgründer.

Die Konkordanz müsse man auch durch den Filter der Regierungsfähigkeit betrachten. Das ist die Losung derjenigen Kräfte, die einer Splittergruppe mit 5% Wähleranteil Regierungsverantwortung zutragen wollen. Die selben Kräfte finden, dass im höchsten Kollegialgremium eine Frau zu sitzen habe, die aufgrund eines Verstosses gegen die Kollegialität in ihrer Partei zu ihrem Amt kam. Das üble Spiel treiben die Berufs-Verräter gerne auch mit den Genossen von den Massenmedien.

Betrachtet man das Treiben aus gesunder Distanz, könnte man den Glauben an die Menschheit verlieren. Wollen wir mal ganz hysteriefrei einen staatspolitischen Fokus einnehmen: In der Schweiz ist die Regierung nach einem System organisiert, das sich Konkordanz nennt. Das bedeutet, das die Parteien nach ihrer Wählerstärke in der Regierung sitzen sollen. Der Platz dort ist begrenzt auf sieben Köpfe.

Unsere Nachbarländer machen's anders: Können sich verschiedene Parteien zusammenraufen und vereinen mehr als die Hälfte der Wählerstimmen auf sich, bilden sie eine Regierung - ein Koalitionssystem also, und somit das Gegenteil der Konkordanz.

Vor diesem Hintergrund wird klar, wie sehr die Erfinder der schweizerischen Konkordanz über den Dingen standen, welche Selbstlosigkeit sie pflegten, wie langfristig sie dachten. Der Erfolg der Schweiz im europäischen Umfeld zeigt das deutlich. Am kommenden Mittwoch wird dieses selbstlose Erfolgsmodell dank der Machtgier unserer politischen Linksausleger also zu Grabe getragen. Gesteht man der Kleinstpartei BDP einen Sitz in der Regierung zu, wird die Schweiz faktisch durch eine Koalition regiert. Die kurzsichtigen Totengräber der Eidgenossenschaft sprechen von der "inhaltlichen Konkordanz". In der Königsdisziplin der Politiker sind diese linken Rechtsverdreher Spitze: Das Schönreden von charakterlichen Mängeln.

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