Freihandelsabkommen Schweiz – EU im Agrar- und Lebensmittel-bereich: ein begründetes NEIN

Der Bundesrat und die Europäische Kommission verhandeln seit November 08 über ein Abkommen im Agrar- und Lebensmittelbereich (FHAL). Ein solches Abkommen ist unannehmbar:
Die „Hochpreisinsel Schweiz“, mit der das FHAL begründet wird, ist ein Mythos. Wenn wir die Kaufkraft berücksichtigen, ist die Schweiz eine „Wohlstandsinsel“. Wir haben Pro-Kopf-Einkommen die tiefsten durchschnittlichen Nahrungsmittelausgaben in Europa. Zudem erwartet der moderne Konsument von den Lebensmitteln eine Vielzahl an weiteren Werten (Qualität, lokale Produkte, usw.), die er bei einem FHAL aber verlieren könnte.
Die Konsequenzen eines FHAL wären für die Mehrheit der Akteure des Agrar- und Lebensmittelsektors schwer tragbar. Die verschiedenen Prognosen sprechen von einer möglichen Senkung des landwirtschaftlichen Einkommens zwischen 30 und 50%. Indirekt werden zusätzlich viele KMUs in den vor- und nachgelagerten Stufen betroffen sein. Als Konsequenz wird die Erhaltung von vielen Leistungen (ökologische Leistungen, Erhaltung der Landschaft, Qualitätsprodukte, Versorgungssicherheit), die für die Bevölkerung sehr wichtig sind, gefährdet.
Die Schweiz muss ein Agrarprodukte- und Lebensmittelhersteller bleiben und nicht nur ökologische Leistungen und Luxusprodukte liefern. Die Bundesverfassung ist diesbezüglich ganz klar.
Daher ist ein solches Abkommen unannehmbar!

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