Tat ich Köppel Unrecht?

In meiner Jugendzeit war die Weltwoche meine andere Lieblingszeitung. Querdenker kamen zu Wort, es gab unerwartete Erkenntnisse und Woche für Woche ein spannender Blick in die Welt. In der Weltwoche kamen von links bis rechts alle zu Wort, eine frei denkende Zeitung. Dies änderte, als Köppel die Verantwortung übernahm. Ein klarer Rechtsruck. Für mich ein SVP-Blatt. Keine überraschenden Artikel mehr, sondern vorhersehbare Schlagzeilen. Langweilig.

Mit der Enthüllung zu Zuppiger, stehe ich etwas am Berg. Tat ich Köppel Unrecht und ist die Weltwoche gar kein SVP-Blatt?

Die neusten Enthüllungen können verschieden interpretiert werden. Blocher war besonders clever und wusste genau, dass Zuppiger mit dieser Geschichte nicht durchkommt. Im letzten Moment setzt er die Story in “seiner” Zeitung der Weltwoche und der moderate SVP Mann ist aus dem Rennen. Es wird kein SVP-Kandidat gewählt und die SVP kann die nächsten vier Jahre weiter stänkern, dass die anderen Parteien sich nicht an die Konkordanz halten.

Die andere Interpretation ist, dass Geschäftsmodell von Köppel heisst: Gegen den Mainstream. Punkt. Egal wer vom Mainstream (Ringier, TA-Media, SF) gelobt wird, die Weltwoche ist dagegen. Das würde auch die Attacke gegen Karin Keller-Sutter in einem andern Licht zeigen. Die Weltwoche startet eine Attacke, wenn jemand im Mainstream beliebt wird.

Letztere Interpretation ist als Geschäftsmodell für die Weltwoche eher dumm. Bis jetzt waren auch die moderaten SVP-Anhänger Freunde der Weltwoche. Ob sie es morgen auch noch sind?

Vielleicht wird Köppel bald ein Freund der FDP. Womöglich war dies seine Bewerbung für ein höheres Amt in unserer Partei. Wie soll man sonst sein Editorial interpretieren: Warum die SVP den FDP-Sitz nicht angreifen sollte.
http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2011-49/editorial-grandezza-die-weltwoche-ausgabe-492011.html

;-)

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