Die Volksschule verliert an Glaubwürdigkeit

Gründe, warum die Volksschule an Boden verliert, sind unter anderem Fremdsprachen-Unterri​cht ab Primarschule, was nicht nur ausländische Kinder, sondern auch Schweizer Schülerinnen und Schüler überfordert. Ebenso das Verdrängen von naturwissenschaftlich​en Fächern wie Chemie und Physik, Biologie, Mathematik, Algebra oder Geometrie. Dass immer mehr Kurse in Hauswirtschaft, Nähen und Werken gestrichen werden, ist ebenfalls mehr als bedenklich…

Noch vor Einführung des neuen Volksschulgesetzes 2008/2009 war es im Kanton Zürich üblich, dass man ab der ersten Primarklasse Hochdeutsch, ab der fünften Primarklasse Französisch und ab der ersten Sekundarklasse Englisch-Unterricht hatte. Heute ist das anders: Die Schüler müssen zwar – wie üblich – Hochdeutsch ab der ersten und Französisch ab der fünften Primarklasse lernen, jedoch kommt schon ab der zweiten Primarklasse Englisch hinzu, was meiner Meinung nach viel zu früh ist. Die Kinder sollten doch zuerst einmal Schweizerdeutsch richtig beherrschen, bevor sie mit Fremdsprachen konfrontiert werden. Zu viele Fremdsprachen auf einmal, könnten überfordernd sein und die Leistung der Schüler negativ beeinflussen. Besser wäre es, Englisch- und Französisch-Unterrich​t erst ab dem ersten Sekundarschuljahr zu behandeln, Deutsch-Unterricht wie gehabt ab der ersten Primarklasse. Ausländische Kinder haben es später einfacher, sich für eine (Lehr-)Stelle zu bewerben, wenn sie Schweizer Mundart beherrschen.

Natu​rwissenschaft lehrt Strukturen

Schon zu meiner Schulzeit hatten wir weder Chemie noch Physik. Dabei wären diese Fächer von hoher Wichtigkeit. Es ist geradezu beängstigend, wenn man von Lehrmeistern hört, dass immer mehr Schulabgänger einfachste Rechenoperationen nicht beherrschen. Und das ist nicht nur in Deutschland der Fall, sondern leider auch immer mehr in der Schweiz…

Naturwis ​senschaft gehört zur Allgemeinbildung. Deshalb muss dies auf spielerische Weise gefördert werden. Mathematik und Geometrie sind schon ab der ersten Primarklasse zu behandeln. Meiner Meinung nach ab der fünften Primarklasse sollten Biologie, Geografie, Botanik als Naturkunde dazukommen – das Wichtigste in Kürze. Den Unterricht in Form eines Selbststudiums, um die Neugierde und den Ehrgeiz der Schüler zu wecken – und nicht in Form von Trockenmaterie! Ab der ersten Sekundarklasse dann Chemie und Physik, Anatomie und Physiologie sowie Algebra. Dies selbstverständlich nicht als separates Fach, sondern als zu behandelnde Grundthemen in der Allgemeinbildung.

Hauswirtschaft und Haushaltsführung gehören zum Alltag

Die hauswirtschaftlichen Kurse (Kochen, Nähen, Werken usw.) erfreuen sich immer grösserer Beliebtheit. Warum? Weil Hauswirtschaft unser alltägliches Leben bestimmt. Da in der Volksschule immer mehr hauswirtschaftliche Fächer von den Lehrplänen – wegen Sparmassnahmen – gestrichen werden, geht viel Wissen aus der Praxis verloren. Dass immer weniger Schüler und sogar Erwachsene nicht richtig oder gar nicht kochen und nähen können, ist doch sehr bedenklich (es schafft auch Abhängigkeit gegenüber dem Elternhaus!).

Unt​er Hauswirtschaft versteht man auch «Haushaltsführung», denn wer das Elternhaus verlässt, sollte wissen, wie man einen Haushalt führt. Kochen, Waschen und Putzen sind das eine, aber es gehören auch andere Dinge dazu, die in der Schule sicher behandelt werden müssen: Haushaltskunde, Ernährungs- und Gesundheitslehre, Umgang mit Werkzeug usw.

Zudem fördern solche Kurse kreatives Denken und schaffen Anreiz für Ideen. Darum ist es wichtig, dass man dieses Wissen pflegt und nicht aus den Lehrplänen verbannt.

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