Erziehung: Richtig (re)agieren

Die ei­gent­lich sehr sorgfältig er­zo­gene Lisa ist auf dem Weg zu Schule und wirft – was ihr gar nicht ähnlich sieht – vor lau­ter Ärger eine kleine Pet­fla­sche weg - lei­der nicht in den Mülleimer son­dern di­rekt hin­ter den nächsten Busch.

Wie reagieren Sie, wenn Sie die Szene beobachten?

a) Sie schauen weg und reagieren gar nicht.

b) Sie schimpfen in ungefähr diesem Sinne: „Unglaublich, wie schlecht erzogen die heutige Jugend ist“; „wo sind denn da die Eltern? - wahrscheinlich nicht zu Hause“. „Die heutigen Eltern sollte man einmal bestrafen, so schlecht erziehen sie ihre Kinder“; „heutige Jugendliche sollte man konsequent mit Bussen bestrafen: Bis sie sich wieder anständig benehmen“, etc. Wenn Sie Glück haben treffen Sie auf eine weitere Person, die sich mit Ihnen zusammen ärgert.

c) Sie ziehen Lisa an den Haaren und zwingen Sie schimpfend, sofort diese Flasche hochzuheben. Wenn Sie ganz wütend sind, verlangen Sie ihre Telefonnummer, denn Sie wollen sich bei den Eltern melden.

d) …oder aber Sie fühlen sich als Mitglied der Gesellschaft verantwortlich und bitten Lisa höflich, freundlich, aber bestimmt, sie möge bitte die Flasche selber aufheben und in den Mülleimer werfen. Vielleicht lächeln Sie ihr zu und erinnern Sie daran, dass sie das ja eigentlich schon gewusst habe und vielleicht entwickelt sich ein freundliches Gespräch daraus.

Ein solches Gespräch – das nicht nur Lisa sondern auch der Gesellschaft einen Nutzen bringt – braucht Zivilcourage von Seiten der erwachsenen Person. In einer kinderfreundlichen, bzw. gesunden Gesellschaft, sind solche Gespräche normal.

Ich bin für d)

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