Die Volksschule verliert an Kraft und Volk. Die Verantwortung trägt der Souverän, dass Volk. Wir werden sehen wohin das Volk mit der Volksschule geht...

Warum nennt man die Volksschule Volksschule? Mit dieser Frage im Gepäck habe ich mich aufgemacht und verschiedene Menschen aus Wirtschaft und Politik befragt. Das Ergebnis war zweifellos eindeutig, ja sogar übereinstimmend. Trotzdem gibt es Tendenzen und Versuche die Volksschule dem Volk wegzunehmen und die gleichen Befragten konnten das nicht glauben.

Die Volksschule in unserem Land erfährt eine bittere Veränderung. An allen Ecken und Enden wird geschraubt und gehämmert. Von aussen betrachtet nur schwer zu erkennen aber von innen her betrachtet sieht man rasch, da bleibt kein Stein auf dem anderen. Wie gehen Schüler, Lehrpersonen und Behörden mit dieser Veränderung um und wie kommen diese in den Schulen an. Dieser Frage bin ich als Schul- und Kantonsrat als Bildungspolitiker nachgegangen und konnte frappante Unterschiede feststellen.

In verschiedenen Schulen herrscht schon heute kein Vergleich zu früheren Führungsstrukturen mehr. Da gibt es keinen vom Volk gewählten Schulrat mehr, keine durch den Gemeinderat eingesetzte Kommission mehr, vielmehr einen Beirat welcher durch eine Instanz eingesetzt wird die der Schule fern ist. Es gibt Schulen da führt ein Rektor ähnlich wie in benachbarten Ländern mehrere Schulen gleichzeitig mit entsprechend eingesetzten Schulleitern. Die herkömmliche Art und Weise einer Führung der Volksschule ist am verschwinden. Sie leidet ebenso unter der Fusionierung von Gemeinden wie die vielen anstehenden Inkorporationen der Schulgemeinden in die politischen Gemeinden.

Die Volksschule verliert an Kraft und Volk.
Wenn die Volksschule nicht mehr durch das Volk gewählt und bestimmt wird, ist es dann noch eine Volksschule? Ich meine eher nein. Es werden vielmehr Unsicherheiten geschaffen und die Ausrichtungen ändern sich in einem Tempo welches der Schule schadet. Man stelle sich vor, innerhalb der obligatorischen Schulzeit ändern die Modelle mehrmals, die Lehrpersonen und die Schüler wie aber auch Behördenmitglieder haben sich ständig neu auszurichten. Mit den Perspektiven der Volksschule wurden Veränderungen vorgenommen die weitreichende Konsequenzen haben werden. Wir stecken dabei in Mitten verschiedener Prozesse und Konzepte und schon wird ein neues Konzept der Lehrplan 21 angegangen. So werden bevor Arbeiten beendet sind die Spielregeln verändert oder angepasst. Keine einfache Situation wenn man dann auch noch an der organisatorischen Form bastelt und schraubt. Die Volksschule muss in gesicherten Gefilden bewegt werden, schnelle und ruckartige Bewegungen lösen hohe Wellen aus.

Wenn man sich nun überlegt in welcher Umgebung eine Schule steht, erkennt man rasch das diese Sicherheit und ein langfristiges Denken beansprucht. Wenn die Umgebung verändert wird, verändert sich auch die Schule. So glaube ich erkennen heute viele nicht mehr die Bedeutung einer Volksschule und deren Auswirkungen auf unsere Gesellschaft. Die Volksschule braucht Eigenständigkeit, Eigenverantwortung und eine Schulbürgerschaft. Die Entwicklungen wie Gemeindefusionen und Inkorporationen schaden einer eigenständigen Schule und deren Schüler. Die Verantwortung trägt der Souverän, dass Volk. Wir werden sehen wohin das Volk mit der Volksschule geht und was dem Volk eine Volksschule wert ist.

Der Autor Marcel Hegelbach ist seit 2004 Schulrat und seit 2008 im Kantonsrat St. Gallen. Er leitet als Schulrat und Vizepräsident die pädagogische Kommission. Als Kantonsrat führt er die Fachkommission Bildung der SVP Fraktion.

4 Kommentare


Diskutieren Sie mit!

Bei Politnetz legen wir Wert auf einen konstruktiven Austausch. Bitte bleiben Sie beim Thema und respektieren Sie andere Personen. Lesen Sie unsere Diskussionsregeln.


Mehr zum Thema «Bildung»

zurück zum Seitenanfang
  • Copyright © Politnetz AG 2009–2017
  • Impressum
Release: production