Der whistleblower und das Bankgeheimnis

Diesen Donnerstag beginnt am Zürcher Obergericht der Prozess gegen den Ex-Banker und whistleblower Rudolf Elmer. Dieser hatte Anfang 2008 über die Enthüllungsplattform WikiLeaks Informationen veröffentlicht, die darauf hinweisen, dass die Julius Bär Bank auf den Cayman Islands sukzessiv Steuerhinterziehung und Beihilfe dazu betreibt. Elmer, der bereits vom Bezirksgericht wegen Verletzung des Bankgeheimnisses, Drohung und Nötigung verurteilt wurde, zieht das Urteil vom letzten Frühjahr weiter. Die Bredouille in welche Elmer seine ehemaligen Abzocker-Kollegen bringt, wird sichtbar wenn man sich die Überschrift eines Artikels des neoliberalen Online-Portals www.finews.ch anschaut:

„Ist Rudolf Elmer ein Wichtigtuer? Gut möglich. Aber das ist egal: Dieser Mann ist brandgefährlich für den Schweizer Finanzplatz.“

Wenn bei den Abzockern davon die Rede ist, dass Transparenz bei kriminellen Machenschaften von Banken, brandgefährlich für den Schweizer Finanzplatz ist, dann meinen sie damit nicht unsere wirtschaftliche Sicherheit, sondern schwingen die Standortkeule, weil sie Angst haben, dass es ihnen an den Kragen geht.

Gemäss einer Schätzung von KPMG und Helvea sind in der Schweiz 4 Billionen Franken angelegt, rund ein viertel davon sind Schwarzgelder. Es muss deshalb endlich ein Umdenken stattfinden und die heilige Kuh des Bankgeheimnisses geschlachtet wird! Es ist absolut unverständlich, wie es eine rechtliche Handhabe dafür geben kann, dass man, wie im Fall Elmer, dafür bestraft wird, dass man die kriminellen Hinterzimmer-Machenschaften der Banker aufdeckt. Das Bankgeheimnis, das Kriminellen und Diktatoren aus aller Welt die Möglichkeit gibt, ihre geraubten Vermögen sicher und ohne Probleme in der Schweiz verwalten zu lassen, muss endlich abgeschafft werden!

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