Flughafen, Fortschritt statt Stillstand

Unübersehbar hängt die lärmgeplagte Sonne an Gemeindeaushängen, Plakatwänden, und als Riesentransparente an verschiedenen Gemeindehäusern der Flughafenregion. Dass die Kampagne der vereinigten Fluglärmbewegten gleich für die Annahme beider Vorlagen wirbt, dürfte dem einen oder anderen Gemeindepräsident mit ausgeprägtem Demokratieverständnis​ etwas Bauchschmerzen bereiten, steht doch die Legitimation dieser beispiellosen Behördenpropoganda insbesondere für den Gegenvorschlag auf wackligen Füssen.

Doch zur Sache: Der Flughafen Zürich ist von zentraler Bedeutung für unseren Wirtschaftsstandort, nebst negativen Auswirkungen trägt er zugleich wesentlich zur Standortattraktivität​ der Region bei. Mit viel Emotionen und teils arg verdrehten Aussagen soll bei dieser Abstimmung dem Flughafen nun ein Denkzettel verpasst werden. Nüchtern betrachtet stellt sich jedoch die Frage ob damit nicht ein Eigentor geschossen wird. Die demokratische Mitsprache bei allfälligen Pistenausbauten ist heute wirksam gewahrt. Bei Annahme der Vorlagen besteht die Gefahr, dass künftige bauliche Veränderungen am Zürcher Volk vorbei aus Bern diktiert werden. Wollen wir das wirklich?

Die geforderte Planungssicherheit der Gemeinden ist verständlich und ernst zunehmen. Doch das Instrument dazu ist der kantonale Richtplan und der parallel verlaufende SIL Prozess. Damit nicht Bauzonen in Mitten der Dörfer verloren gehen, müssen die Vorgaben der Lärmschutzverordnung kritisch überprüft und mit Sonderbauvorschriften​ gangbare Lösungen gefunden werden. Für die betroffenen Gebiete ändert sich auch mit Annahme der Vorlagen nichts, weil sie unabhängig der Betriebsvarianten im Lärmperimeter liegen.

Optimieru​ngen am Pistensystem könnten hingegen zumindest teilweise einen kreuzungsfreien Betrieb ermöglichen, was mehr Sicherheit bedeutet und zur Kapazitätssteigerung in den Spitzenzeiten führt. Damit werden Warteschlaufen verhindert sowie die kritischen Nachtrandzeiten entlastet. Vollständig ausgeklammert wird auch der laufende technische Fortschritt der den Lärm an der Quelle bekämpft. Wer schon eine Weile in der Flughafenregion lebt, stellt fest, dass die fortlaufende Flottenerneuerung massive Verbesserungen gebracht hat. 300'000 Flugbewegungen heute, sind um Faktoren umweltverträglicher als noch in den 80er Jahren. Solche Entwicklungen sind zu fördern statt zu hemmen.

Es geht darum mögliche Optimierungen, auch auf betrieblicher Seite nicht im Keim zu ersticken. Dazu braucht es einen gewissen Handlungsspielraum statt Denkverbote. Darum am 27.11. 2x Nein zu den Flughafenvorlagen.

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