Wie können Nichtwähler mobilisiert werden?

Im Kanton Freiburg finden an diesem Wochenende u.a. die Wahlen für das Kantonsparlament (Grosser Rat) statt. Die Wähler werden also zum dritten Mal für Wahlen in diesem Jahr an die Urne gerufen (nach den Gemeindewahlen im Frühling und der NR-/SR-Wahlen vor ein paar Wochen).
Dem einen oder anderen Wählerenden könnte das zuviel werden. Es gilt demnach, diese Personen trotzdem für die Wahrnehmung ihres Rechts zur Wahl zu motivieren. Noch viel schlimmer sind jedoch das grosse Mass an penetranten Wahlverweigerern. Am Martinmarkt in Murten habe ich viele Personen angesprochen. Nebst (gern gehörten) Voten wie "ich habe bereits gewählt" oder "ich habe ihre Partei gewählt" hörte man viele Stimmen, welche zusammengefasst mit "die machen ja sowieso was sie wollen" darstellen kann. Was sagt uns das? Offenbar fühlen sich viele nicht richtig vertreten - und zwar querbeet durch alle Parteien. Wir müssen viel mehr mit den Leuten reden - und uns auch Zeit nehmen für Themen, welche vielleicht nicht gerade zuoberst in unserer Prioritätenliste sind, aber eben die Leute beschäftigen.
Mein Ziel ist es, die Bevölkerung in den nächsten Monaten mehr einzubinden, sei es mit (sachbezogenen) Veranstaltungen in der Freizeit oder Podiumsdiskussion mit Sachthemen. Ich hoffe sehr, dass solche Veranstaltungen auch parteiübergreifend möglich sind. Es müsste ja schliesslich im Interesse aller Kandidierenden sein, dass die Bevölkerung zuerst einmal primär ein Interesse überhaupt zeigt.
Ich habe zudem festgestellt, dass man offenbar viel zu viel mit "wählen sich mich resp. uns" hausiert: Ich habe in den letzten Wochen intensiv versucht, Nichtwähler anzusprechen und sie für den Wahlgang vom kommenden WE zu mobilisieren. "Nehmen Sie ihr Recht wahr, wählen zu gehen - in vielen Ländern können das die Einwohner nämlich nicht". Ob es gelungen ist, mit aktivem Zuhören und Aufmuntern Nicht-Wähler zu mobilisieren? Wir werden es sehen. Es wäre schon ein toller Erfolg, wenn schon nur die gleiche Anzahl Wählender an die Urnen geht wie an den nationalen Wahlen.
Liebe Politisierende und Bürgerinnen und Bürger: Motiviert eure Nachbarn und Bekannte, ihr verbrieftes Recht wahrzunehmen! Je mehr Leute wählen gehen, desto grössere Teile der Bevölkerung sind eingebunden in den politischen Prozess.
Zudem gehe ich davon aus, dass die Damen und Herren Grossräte sich im Laufe der kommenden Legislatur "ihrer" Bevölkerung stellen - und auch auf unangenehme Fragen eingehen. Sie sind nämlich der Bevölkerung Rechenschaft schuldig. Leider sind sich das die wenigsten Politiker offenbar bewusst.
Nebst den oben angeführten Massnahmen "Ansprechen", "aktives Zuhören", "Reagieren auf Äusserungen" habe ich jedoch wenig nachhaltig wirksame Mittel zur Mobilisierung von Nichtwählern identifiziert. Einen harten Kern von "Verweigerern" wird es offenbar immer geben. Wer hat sonst noch Rezepte?

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