Fieberkurven für den Winter

Die na­tio­na­len Wahlen sind vor­bei, die Pla­kate ent­fernt, der Win­ter steht vor der Tür. Trotz der tie­fen Aus­sen­tem­pe­ra­tu­​ren er­war­ten uns mit der neuen Le­gis­la­tur viele heisse The­men, unter an­de­rem die Bo­ni-­Steu­er, die Frankenstärke und die Zu­sam­men­ar­beit mit der EU. Vor be­son­ders vie­len Her­aus­for­de­run­ge​n ste­hen wir in der So­zial- und Ge­sund­heits­po­li­t​ik. Die Pen­si­ons­kas­sen sind in gefährlicher Un­ter­de­ckung, die Ein­nah­men und Aus­ga­ben der AHV sind bald nicht mehr im Gleich­ge­wicht und die De­mo­gra­fi­schen Pro­bleme wer­den un­sere Ge­sell­schaft enorm be­las­ten.

Ein Sektor ist ganz besonders teuer und komplex. Wie Bienenschwärme beschäftigen sich unzählige Interessenvertreter mit diesem Patienten. Es ist unser Gesundheitssystem. Bereits sind die Krankenkassenprämien für das Jahr 2012 eingetroffen. Die Kosten steigen jedes Jahr, wie ein fatales Naturgesetz. Auch nächstes Jahr müssen die Zürcher rund 4 Prozent mehr Beiträge bezahlen. Besonders betroffen ist der Mittelstand, welcher keine Prämienverbilligungen​ erhält.

Doch was uns Stadtzürcher besonders ärgert, ist die Aufteilung des Kantons in drei Prämienregionen. Dies benachteiligt uns Zürcherinnen und Zürcher, welche in die teuerste Zone eingeteilt wurden. Damit bezahlen wir monatlich bis zu 100 Franken mehr Krankenkassenprämien als die günstigste Region im Kanton. Auch der Bundesrat wollte dies ändern und einen Vorstoss von mir entgegennehmen. Bundesrat Burkhalter meinte „Eine Aufhebung der Prämienregionen ermöglicht, das Prämiensystem zu vereinfachen und zu vereinheitlichen. Die Schaffung von einheitlichen Prämienregionen ist eine gerechtfertigte Vereinfachung.“ Dies findet auch der freisinnige Zürcher Gesundheitsdirektor. Dumm nur, dass vor sieben Wochen die beiden Stadtzürcher FDP-Vertreter im Nationalrat meinen Vorstoss abgelehnt haben - und damit die Motion mit 90 Ja zu 94 Nein versenkten. Beinahe wäre dies unbeachtet geblieben. Die Medien haben lieber über Zottel geschrieben.

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