Verdingkinder 2.0 - Bürgerliche Sparpolitiker wollen ein Sozialwesen, wie zur Zeit der Verdingkinder

Ausbeutung und Versklavung:
Seit es in der Schweiz ein Sozialwesen gibt, ist es mit Missbrauch und behördlicher Willkür durchsetzt. Die Kinder der Landstrasse und die Verdingkinder sind ein Unrecht, das nie gesühnt wurde.
Während der der grossen Weltwirtschaftskrise (1930er Jahre) wurden die Uhrmacher (Bielergegend) zum Strassenbau abkommandiert. Die Schwerarbeit, Steine klopfen und schaufeln, zerstörte ihre feinmotorischen Fähigkeiten, in der Folge konnte sie ihren Beruf nicht mehr richtig ausüben.
Während des Zweiten Weltkriegs wurden, internierte Berufsmusiker in die Steinbrüche zum Steine klopfen geschickt.
Sytematisches Unrecht:
Joseph Schmidt der berühmte Interpret von „Ein Lied geht um die Welt“ verstarb 1942 als internierter Jude in Internierungslager Girenbad (Wohnort von Bundesrat Ueli Maurer) an einer Lungenentzündung. Die Bauern erkannten nicht, wer sie vor sich hatten, und liessen den hochbegabten Joseph Schmidt in einer ungeheizten Scheune zugrunde gehen. (* 4. März 1904 in Dawideny, österreichisches Kronland Bukowina; † 16. November 1942 im Internierungslager Girenbad oberhalb von Hinwil, Kanton Zürich/Schweiz)
Die Liste der historischen Missstände lässt sich beliebig erweitern. Die Dokumente, die das Unrecht belegen würden, wurden von den Behörden teilweise vernichtet. In den 1970er Jahren wurden im Kanton Bern alle Akten über die Verdingkinder vernichtet.
Zurück zur Sklavenhaltung:
Seit diesen Ereignissen ist viel Zeit verflossen. Die Akten die das Unrecht belegen existieren nicht mehr und die Zeugen sind gestorben oder wurden mundtot gemacht.
Das Sozialwesen hat sich bis heute nicht wesentlich verbessert. Die Schweiz ist reicher geworden und die Sozialhilfeempfänger bekommen mehr Unterstützung. Am Unrecht hat sich aber nichts geändert. Während die grossen Städte über ein modernes und funktionierendes Sozialwesen verfügen, herrscht auf dem Lande Unwissen und Willkür. Auf dem Land sind die Sozialbehörden überfordert.
Damit sich in Zeiten zunehmender Armut und knapper Finanzen das Unrecht der letzten grossen Krise nicht wiederholen kann, muss das Sozialwesen modernisiert werden.
Die Sozialhilfe sollte nicht nur die Armut verwalten und Geld verteilen. Die Förderung der beruflichen Vermittlungsfähigkeit und niederschwellige Stellen bringen dem Bedürftigen und der Allgemeinheit mehr als das verteilen von Almosen nach dem Giesskannenprinzip.

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