Elvis Presley Superstar und warum wenige Menschen heute reicher werden

Frauen kreischten, Konservative tobten und der Untergang der westlichen Zivilisation war sicher. Elvis Presley elektrisierte die Massen. Er war - und für einige ist er es heute noch - der King. Elvis verkaufte über 1.8 Milliarden Tonträger, von 1960-1963 stand er ununterbrochen während 144 Wochen in den englischen Charts und im Billboard-Ranking führt Elvis als erfolgreichster Sänger aller Zeiten vor Frank Sinatra und den Beatles.

Und trotzdem, Elvis verdiente zu Lebzeiten weniger, als es Lady Gaga oder ein Justin Bieber machen können. Warum? Weil die beiden von den digitalen Möglichkeiten profitieren. Zu Zeiten von Elvis mussten Tonträger auf Vinyl gepresst, abgepackt, per Post versandt und in Läden verkauft werden. Nicht jeder Haushalt hatte einen Schallplattenspieler, geschweige denn trugen die Kids ihren persönlichen iPod mit sich herum.

Im Gegensatz zur klassischen Vinylplatte wird ein Song heute digital aufgenommen und digital verbreitet. Keine Mehrkosten pro Kopie. Klar, es gibt Millionen von Raubkopien, gleichzeitig meldete Apple, dass sie schon vor mehr als einem Jahr über 10 Milliarden Songs im iTunes Store verkauften. Die Kosten pro Kopie sind gering, die Gewinne enorm und wenige - die Superstars - verdienen heute mehr, als es früher je möglich war.

Die Google Gründer Larry Page, Sean Bryan und Marc Zuckerberg von Facebook sind die Extrembeispiele. Konzerne werden heute mit einem Minimum an Kosten aufgebaut, vergleicht man sie mit den kapitalintensiven Branchen von früher. Wer in der digitalen Welt an der Poleposition steht, hat eine Lizenz zum Gelddrucken.

Diese Entwicklung ist realer Alltag. Das Internet killt jeden Tag einen Dienstleistungsjob (http://www.politnetz.ch/beitrag/10989) und macht einzelne Personen zu Superreichen. In einem neuen Buch behaupten zwei MIT Forscher gar, dass die IT mehr Jobs vernichte, als sie zutage bringe (http://bit.ly/uFzW2N). Ob dies stimmt, ist noch unklar. Was aber ausser Frage steht, dass wenige immer mehr verdienen, hat weitreichendere Gründe, als zurzeit herumgereicht werden.

Wenn wir nicht anfangen zu verstehen, warum das Geld zu "Wenigen" geht und ob dabei unterm Strich doch für alle mehr bleibt. Wenn wir nicht lernen, wie wir uns auf die Zukunft vorbereiten, dann wird es düster. Weil dann suchen wir die falschen Schuldigen und wenden die falsche Medizin an.

Die Schuldigen für jede Krise scheinen heute festzustehen. Der Untergang der westlichen Welt ist erklärt. Es sei die Liberalisierungen der Weltmärkte Schuld - genauso wie es Elvis Hüftschwung war, der für den Untergang der westlichen Zivilisation in den 60er sorgte.

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