Bundesratswahlen XYZ - viel Lärm um weniger als Nichts!

Mitte September schlug wieder einmal die Stunde X. Um den langweiligen Wahlkampf zu belebten, wurde das alljährlich Bundesrattheater in Szene gesetzt.
Was unter normalen Umständen eine nebensächliche Formsache ist, wird zu einem Wahlkrimi emporstilisiert. Als ob die Welt nur aus einer Helvetischen Lappalie bestünde, nahm im September das Bundesratskarussell seine holperige Fahrt auf.
Es ist eine Eigenheit des Helvetischen Systems, dass ein Bundesrat irgendetwas zwischen einem Minister und einem Staatssekretär ist. Seinen Aufgaben nach ist ein Bundesrat sowohl der Chef einer Verwaltungsbehörde wie auch Autor von neuen Gesetzten und Verordnungen.
Weil innerhalb einer Bürgerrepublik alle Macht vom Volk ausgeht, erübrigt es sich ein Wahlkampf zu führen, wie er alle vier Jahren die repräsentativen Demokratien heimsucht.
Weil der Bundesrat Gesetze erlässt und die Verwaltung führt, ist es wichtig für die Parteien, ihrer Stärke nach im Bundesrat vertreten zu sein. Obwohl das Volk das letzte Wort hat, hat der Bundesrat einen grossen Einfluss.
Abgesehen von einige Ausrutschern leistete der Bundesrat über die Jahrzehnte hinweg gute Arbeit. Verglichen mit den Problem die Amerika und die EU plagen steht die Schweiz gut da. Die Schweiz ist nicht überschuldet, ist in keine Kriege verwickelt, die Infrastruktur ist in Takt und die Steuerlast ist erträglich.
Wenn es auch Grund zur Kritik gibt, der Leistungsausweis des Systems ist gut.
Der Lärm, der jeweils um den Bundesrat und seine Wahl gemacht wird, steht in keinem Zusammenhang zu seiner Bedeutung. Der Bundesrat ist eine Behörde, die in Ruhe arbeiten und sich ohne Nebengeräusche konstituieren sollte.
Die Schweiz hat andere Probleme als sich wochenlang mit der Wahl eines Behördenvorstehers zu befassen. Es ist eine Sache der Medien, ob wochenlang das Bundesratskarussell scheppert und am Ende ein Krimi daraus wird oder über Sachthemen diskutiert wird.
Die Mainstreammedien machen wie so oft ihre Arbeit nicht. Anstatt sich mit der Euro- und Wirtschaftskrise und ihre tieferen Ursachen zu befassen, haben sie ein Theater um Nichts und wieder Nichts aufgeführt.

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