Der Blick - Boulevard mit Verantwortung.

Oft wird der Blick belächelt, als minderwertiges Blatt abgetan oder als Volksverblödungszeitung verschrien. Zu unrecht. Der Fall Fabienne Z. zeigt, wie ungewöhnlich sachlich der Schweizer Boulevard immer wieder auftritt. Eine 24. Jährige Frau erschiesst ihren Vater, sie wird freigesprochen und erhält dazu 30'500 Franken Schadenersatz und Genugtuung vom Gericht. Was wären dies für Schlagzeilen gewesen!

Kuscheljustiz wäre noch der harmloseste Angriff gewesen. Der Blick hätte das Leben von Fabienne Z. auf den Kopf stellen können, hätte ihre Freunde, Bekannte und Verwandte sprechen lassen dürfen, um dann mit einem grossen Foto: "Jetzt rede ich" Fabienne Z. schweizweit mit erkennbarem Gesicht abgebildet. Ihr Leben wäre noch schwieriger geworden. Nein, stattdessen klärt der Blick auf.

In einer Artikelserie im Print und auf online erklärt der Blick, warum die junge Frau freigesprochen wurde. Was leitete die Richter und wie rechtfertigen sie den Freispruch. Die Leser lernen etwas über unser Rechtssystem.

Der Blick zeichnet sich immer wieder aus, komplizierte Sachverhalte gekonnt auf den Punkt zu bringen. Ob vor wichtigen Abstimmungen oder auch als es um die Euro-Krise ging. Der Blick greift immer wieder Themen auf, die er ganz bewusst nicht als Boulevard aufmacht, sondern seriös und differenziert abdruckt. Als einzige Zeitung, so scheint es, kümmert er sich dabei auch um eine verständliche Sprache. Diese Berichterstattung ist sachlicher und differenzierter, als es der Auflage gut tut.

Dafür gehört dem Blick ein Dankeschön.

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