Der Wärmepumpe geht der Saft aus

40% des Schweizer Strombedarfs stammen aus Atomkraftwerken. Die politische Mehrheit will besonders im deutschsprachigen Europa diese Werke früher oder später stilllegen, da die Angst vor dem Restrisiko seit dem Tsunami in Fukushima alle Bedenken zur Versorgungssicherheit marginalisiert hat. Wind, Wasser und Sonne sollen es richten, nebst den Sparmassnahmen, welche heutzutage jedem noch freiwillig selbst überlassen sind. Andererseits sind zurzeit in der Welt 441 Atomanlagen in Betrieb, 60 sind im Bau, 153 in Planung und bei 344 Meilern besteht eine Absichtserklärung (IAEO und World Nuclear Association, Stand Juni 2011).

Unsere gesamte menschliche Zivilisation steht auf dem Fundament der Energie von Öl und Strom. Beim Öl werden wir früher oder später in einen Versorgungsengpass kommen. Nicht nur wegen den immer knapperen Ressourcen, sondern auch aufgrund der Milliarden von Menschen, welche sich in naher Zukunft den lang ersehnten Wunsch nach einem Auto oder einer Zentralheizung erfüllen können. Aufstrebende Wirtschaftsnationen wie China dürsten geradezu nach Öl. Auf der anderen Seite führt hierzulande die CO2 Debatte fiskalisch zu einer künstlichen Verteuerung der fossilen Rohstoffe.

Somit werden wir unsere Mobilität, wie es der ÖV schon seit Jahrzehnten macht, auf Elektrizität umstellen müssen. Aber wie heizen wir unsere Häuser im Winter? Gut geplante neue Häuser kommen zwar schon mit sehr wenig Energie aus, doch bis alle älteren Häuser den neuen gewichen sind, werden aufgrund der wertmässigen Abschreibung noch 100 Jahre vergehen. Die folgerichtige, umweltfreundliche Alternative zum Holz oder Kohle sind Wärmepumpen, welche aber beispielsweise pro EFH im Durchschnitt 2‘500 kW/h an Strom pro Jahr verbrauchen. Hochgerechnet auf nur die Hälfte unserer Wohnungen in der Schweiz, wird unser Strombedarf deshalb signifikant ansteigen. Somit müssen wir nicht nur die 40% Atomenergie von heute kompensieren, sondern auch die Energie der CO2 produzierenden fossilen Energieträger. Ob uns das an windstillen, sonnenarmen Tagen nur mit dem unsicheren Wasserstand in den Flüssen gelingt, ist mehr als vage.

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