Geht Ihre AG in die Kirche? Nein. Warum muss sie dann Kirchensteuern bezahlen? Die sachfremde und veraltete Kirchensteuerpflicht für Firmen ist abzuschaffen.

Diverse Kantone, u.a. Zürich und Graubünden, kennen noch Normen aus dem Mittelalter: So unterstehen juristische Personen einer Kirchensteuerpflicht, obwohl sie im Regelfall weder religiös sind, noch einer Kirche angehören können. Diese unbefriedigende Situation wollen die Jungfreisinnigen in Graubünden und Zürich beseitigen und lancierten deshalb vor wenigen Wochen die kantonalen Volksinitiativen «Weniger Steuern fürs Gewerbe (Kirchensteuerinitiative)». Mittels Änderung der Kantonsverfassungen soll die Kirchensteuerpflicht für Firmen aufgehoben und die Wirtschaft massiv (in Zürich um jährlich 100 Millionen Franken) entlastet werden.

Eine Steuer des Gewerbes zu Gunsten der Landeskirchen ist eine stossende Diskriminierung gegenüber anderen Kirchen, Glaubensgemeinschaften aber auch unzähligen Wohltätigkeitsorganisationen. Alle finanzieren sich ohne Steuererträge und können trotzdem weiter existieren und florieren.

Aus liberaler Sicht hat sich der Staat allen Konfessionen, Glaubensrichtungen und auch der Konfessionslosen gegenüber neutral zu verhalten. Kirchensteuern zahlen sollen nur natürliche Personen, die sich zu einer Kirche zugehörig fühlen und innerhalb der Kirchgemeinde auch ein Mitspracherecht ausüben können. Unter dem heutigen Regime kommt es vor, dass ein Unternehmer, welcher jüdischen Glaubens oder Mitglied einer christlichen Freikirche ist oder aus sonstigen Gründen überhaupt keinen Bezug zu einer Landeskirche hat, für sein Unternehmen Kirchensteuern abliefern muss.

Für die Bündner und Zürcher Firmen ist diese Kirchensteuerpflicht im interkantonalen Verhältnis eine versteckte Wettbewerbsverzerrung, die das Gegenteil von dem bewirkt, was sie beabsichtigt. Unternehmen verlieren Mittel, die sie effektiver zu Gunsten der Gesellschaft einsetzen könnten. Die ethisch motivierte Verantwortung wird durch die Kirchensteuer stark entmutigt.

Es ist nun an der Zeit, diese staatlich angeordnete Zwangsfinanzierung endlich aufzuheben. Wirksames wohltätiges Engagement kann nur auf Freiwilligkeit beruhen, was unzählige Firmen mir ihre karitativen Nebentätigkeiten bereits heute eindrücklich beweisen.

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