Internetfahndung: Pranger ohne Verurteilung?

Vermehr wird die Fahndung nach vermeintlichen Straftätern mittels Bilder oder Videos im Internet gefordert. Dabei müssen aber zwei grundlegende Dinge klar sein. Es handelt sich um vermeintliche Täter, also Verdächtige, welche vielleicht auch unschuldig sind. Einmal im Internet publizierte Bilder oder Videos können nicht mehr aus dem Netz entfernt werden. Denn sie können beliebig kopiert werden. Ein Löschen auf der Originalwebsite bringt nichts.

Wird ein Unschuldiger, zum Beispiel wegen einer Verwechslung, im Internet als Straftäter dargestellt kommt dies einer harten Strafe gleich, ohne Verschulden und Gerichtsverfahren. Dies kann auch den Verlust der Arbeitsstelle oder sonstige Probleme für den Betroffenen bedeuten. Deshalb muss mit dem Mittel der Internetfahndung, oder auch jeglicher andere öffentlichen Fahndung, sehr sorgfältig umgegangen werden.

In Gewissen Situationen kann die Internetfahndung durchaus sinnvoll und gerechtfertigt sein. Eine Rolle spielen dabei die schwere der Tat und wie begründet der Verdacht gegen eine eine bestimmte Person ist. Dies muss von einer unabhängigen Stelle geprüft werden., etwa von einem Gericht, bei welchem die Staatsanwaltschaft oder die Polizei die Internetfahndung beantragen können. Bestimmt nicht dürfen Privatorganisationen von sich eine Internetfahndung einleiten.

0 Kommentare


Diskutieren Sie mit!

Bei Politnetz legen wir Wert auf einen konstruktiven Austausch. Bitte bleiben Sie beim Thema und respektieren Sie andere Personen. Lesen Sie unsere Diskussionsregeln.


Mehr zum Thema «Behörden»

zurück zum Seitenanfang