Revolution ohne revolutionäres Subjekt - Occupy Pardeplatz hat nicht stattgefunden. Die SP und die Grünen haben die Idee geklaut, um Wahlkampf zu machen

Die Besetzung des Paradeplatzes hat nicht stattgefunden. Zwar haben sich eine Handvoll Leute zu einem Sit-in auf dem Paradeplatz zusammengefunden. Aber eine revolutionäre Bewegung ist das nicht.
Auf den Plakaten und Transparenten ist viel von Revolution zu lesen. Aber leider ist es eine Revolution ohne revolutionäreres Subjekt. Genau genommen ist die Occupy-Bewegung in der Schweiz noch nicht angekommen.
Was auf dem Paradeplatz passiert ist Wahlkampf. Kurz vor dem Urnengang haben die Juso und die Grünen sich zusammengetan. Sie habe die Occupy-Idee für sich geklaut und hoffen den globalen Medienhype für ihre Zwecke nutzen zu können. SP und Grüne haben keine Lösungen für die Banken- und Wirtschaftsprobleme zu bieten. SP und Grüne sind ein Teil des Problems und sicher nicht die Lösung.
Der Mittelstand wird erst auf die Strasse gehen, wenn er in seiner Existenz bedroht ist. Existenziell wird es erst, wenn die Krise ausser Kontrolle gerät, die Ersparnisse aufgebraucht und der Sozialstaat kolabiert hat.
Der Druck wird zweifellos zunehmen, aber nicht über Nacht. Die Gelddruckmaschinen wurden erst vor einem Monat angeworfen. Bis die Inflation sichtbar und Geldbeutel fühlbar wird, dauert es ein halbes Jahr.
Die Schweizer sind sehr zurückhaltend. Bis die letzen Reserven aufgebraucht, und ausgesteuerte Familienmitglieder nicht mehr unterstützt werden, dauert es ein bis zwei Jahre.
Wenn sich bis dann die Wirtschaft nicht erholt hat (wie soll sie das auch) kommt es zu Spannungen, die sich gewaltsam entladen könnten.
Es wird sich nur etwas ändern, wenn in der Mitte der Gesellschaft also im Mittelstand eine Bewusstseinsänderung stattfindet.
Was wir heute tun können, ist Lösungen vorzubereiten und die Leute dafür zu sensibilisieren.
Falls es hart auf hart kommt und in drei Jahren zu Unruhen kommt, müssen dann gangbare Alternativen vorbereitet sein.
Occupy Paradeplatze ist nicht mehr als eine gut gemeinte Geste. Wenn die Kiffer für einen Tag die Rote Fabrik verlassen und am Paradeplatze ein Sit-In veranstalten, bewirkt dass wenig bis nichts.
Meiner Meinung nach ist die Debatte um das BGE, ein guter Aufhänger um die Menschen zum Umdenken zu animieren.
Revolutionen finden über Nacht statt und enden im Chaos. Eine Evolution dauert immer länger, ist dafür friedlich und nachhaltig.
Die Evolution besteht in dem mit dem Sozialen Hauptgesetz ernst gemacht wird. Damit meine ich das die Fraternité / Solidarité / Brüderlichkeit zum bestimmenden Prinzip des Wirtschaftslebens gemacht wird. Bis die Menschen den Gedanken akzeptieren können, dass sie nicht für sich, sondern für die Anderen arbeiten, dauert es noch lange.
„Das Heil einer Gesamtheit von zusammenarbeitenden Menschen ist um so grösser, je weniger der Einzelne die Erträgnisse seiner Leistungen für sich beansprucht, das heisst, je mehr er von diesen Erträgnissen an seine Mitarbeiter abgibt, und je mehr seine eigenen Bedürfnisse nicht aus seinen Leistungen, sondern aus den Leistungen der anderen befriedigt werden. (Rudolf Steiner)“
Die Meinung das mit einer stärken Besteuerung der Reichen und einiger Finanzmarktregeln die Gegenwartsprobleme gelöst werden können, ist eine Irmeinung.
Darum finde ich, dass das BGE ein Türöffner zu einer Debatte ist, die in freiwirtschaftlichen Reformen münden soll.
Langfristig braucht es neben dem BGE, Freigeld, eine Bodenreform und eine assoziative Wirtschaft.
Normalerweise geht es 30 Jahre, bis es in der Schweiz in Baby-Step (Minischritt) vorwärtsgeht.
Nur muss es heute viel schneller gehen. Die Zeit drängt, wenn es so weiter geht, haben wir bald keine Erde mehr.
PS: Wenn Occupy-Paradeplatz mehr als eine Wahlveranstaltung der SP und der Grünen wäre, wäre der Platz schon längst geräumt. Würden die SVP, die Piraten oder einige aufgebrachte Partygänger sich auf dem Paradeplatz breitmachen, würden sie innerhalb von einer halben Stunde geräumt werden.

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