Freie Märkte und weniger Bürokratie – auch in der Landwirtschaft!

Unsere Landwirtschaft ist ein wichtiger Teil der Volkswirtschaft mit einer starken emotionalen Bindung in der Bevölkerung. Aber auch sie hat sich dem freien Markt zu stellen, denn die Zukunft liegt nicht in mehr Direktzahlungen, sondern in der Qualitätsproduktion für offene Märkte. Hochwertige Schweizer Produkte sind weltweit gefragt. Um diese Nachfrage decken zu können, müssen allerdings die Bedingungen für unsere Bauern noch stark verbessert werden: Weniger Bürokratie, mehr unternehmerische Freiräume, neue Märkte.

Das aktuelle Jahrzehnt wird für die Schweizer Landwirtschaft wegweisend sein. Denn sie muss für die Marktöffnung fit gemacht werden. Durch den Abbau von bürokratischen und unternehmerfeindlichen Hemmnissen und den Abschluss von Freihandelsabkommen werden sowohl für die Exportindustrie als auch den Tourismus und die Landwirtschaft neue Möglichkeiten eröffnet. Damit wir auch im schwierigen Umfeld des starken Frankens wettbewerbsfähig bleiben können, ist ein Bündel von Massnahmen zu initiieren. Dazu gehören der Bürokratie-Stopp, tiefere Unternehmenssteuern, Sicherung der Personenfreizügigkeit, ein liberales Arbeitsrecht mit tiefen Lohnnebenkosten, Weitergabe der Währungsgewinne an die Konsumenten sowie neue Freihandelsabkommen.

Womit wir schon beim Hauptpunkt wären: Der Agrarfreihandel mit der EU ist eine meiner drängendsten Forderungen. Die Öffnung der Grenzen kommt so oder so - wir sollten aber diese Öffnung mitbestimmen und nicht so lange warten, bis das andere für uns tun. Der Schweizer Markt alleine ist zu klein für die starke Schweizer Nahrungsmittelindustrie. Dank dem EU-Freihandel können hochwertige Schweizer Produkte durch Importe ergänzt, verarbeitet und exportiert werden. Der durch das Abkommen verstärkte Strukturwandel ist mit zeitlich begrenzten Begleitmassnahmen zu unterstützen.

Eine weitere Riesenchance für unser Land liegt in einem Freihandelsabkommen mit China. Aufgrund der finanziellen Situation und der unsicheren Zukunft der EU müssen wir uns neue Märkte erschliessen. Erste Verhandlungserfahrungen zeigen, dass auch für Agrarprodukte akzeptable Lösungen gefunden werden können. Die Schweiz muss dabei aber eine klare Verhandlungslinie verfolgen. Daneben bieten auch Abkommen mit Brasilien und anderen südamerikanischen Ländern grosse Möglichkeiten.

Wenn wir jetzt die nötigen Schritte für die genannten Massnahmen einleiten, bin ich überzeugt, dass wir in 20 Jahren in der Schweiz eine wettbewerbsfähige, biologische und konsumentenfreundliche Landwirtschaft vorfinden werden.

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