Demokratie – die Leitideologie des 21. Jahrhunderts

Als am 15. September 2008 die US-Investmentbank Lehman Brothers zusammenbrach, ging eine Ära zu Ende.
19 Jahre nach dem Zusammenbruch des Sozialismus und 63 Jahre nach dem Untergang des Faschismus erlitt mit dem Wirtschafts-Liberalismus die letzte Grossideologie des 19. Jahrhunderts Schiffbruch.
Es dauerte zwei Jahre, bis die Menschen sich aus dem neoliberalen Fieberwahn befreien konnten.
Alle Versuche den Sozialismus wieder zum Leben zu erwecken, scheiterten. Sie hatten so wenig Erfolg wie der Versuch einer Handvoll Ewiggestriger, den Wirtschafts-Liberalismus reinzuwaschen.
Die Schockstarre begann erst von den Menschen zu weichen, als das wahre Ausmass der Krise sichtbar wurde. Die Menschen begannen zu merken, dass sie vom korrupten Polit-Etablissement betrogen worden waren.
Über 20 Jahre hinweg hat Polit-Etablissement die Weichen gestellt, um das Volk zu enteignen. Scheibchenweise wurden soziale Errungenschaften aufgegeben und demokratische Rechte abgebaut.
Über Jahre hinweg hat sich Unmut breitgemacht. Heute herrscht ein weitverbreitetes Gefühl, das es nicht mehr so weiter gehen kann und es nächstens kracht.
In solch einer aufgeladenen Stimmung braucht es nicht viel, bis der Funke springt und es zur Explosion kommt.
Zuerst ist die um die Zukunft betrogene spanische Jugend, auf die Strasse gegangen. Danach sprang der revolutionäre Funke über Griechenland, Portugal, England nach Amerika über.
Die Revolution, die die Welt erfasst hat, ist eine friedliche. Ob im Nahen Osten oder in den USA, die RevolutionärInnen fordern dasselbe: Demokratie, Teilhabe, Garantie der verfassungsmässigen Rechte und eine Chance ihren Traum zu verwirklichen.
Wie vor 200 Jahren gehen die Menschen mit den Farben der Republik auf die Strasse. In New York führen Demonstranten Transparente mit der Aufschrift „Liberté, Égalité, Fraternité “, mit sich.
In den letzten 60 Jahren hat sich in Westen der Parlamentarismus abgenutzt. Er ist zu einem Steigbügelhalter der globalen Finanzoligarchie verkommen. Die republikanische Demokratie hat sich unmerklich in eine Plutokratie verwandelt.
Der wiedererwachte demokratische Geist macht sich auch in der Schweiz bemerkbar. Im Verlaufe der letzten vier Jahre sind Parteien entstanden, die sich nicht in das gängige Links-Rechts-Schema einordnen lassen.
In den nächsten Jahren stehen spannende Debatten an. Zum Thema werden: Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE), Sozialdienstpflicht, verfassungsmässiges Geld, die verfassungsmässige Rechte von Behinderten und eine Neuordnung der Staatsfinanzen.

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