Warum, in Gottes Namen, sollte jetzt aber ein Auslandschweizer in den Nationalrat gewählt werden? Ganz einfach. nur ein Auslandschweizer kennt auch wirklich die Probleme der Auslandschweizer

Es war 2007 als mein ASO-Freund Peter S. Kaul aus Dres­den als Na­tio­nal­rat für die SVP kan­di­dier­te.

2010 dachte ich, man darf dieses Feld nicht einfach der SVP überlassen. Und so setzte ich mich mit der SP in Bern in Verbindung um eine Liste für die Nationalratswahlen in diesem Jahr zu erstellen. Gemeinsam waren wir äusserst erfolgreich und können Ihnen heute Listen von Auslandschweizern in den Kantonen Schaffhausen, Genf und Zürich präsentieren.

Sei​t ich mich erinnern kann war ich schon immer für Gleichberechtigung und gleiche Chancen für alle. 1971 kämpfte ich deswegen auch für die Einführung des Frauenstimmrechts.

Warum, in Gottes Namen, sollte jetzt aber ein Auslandschweizer in den Nationalrat gewählt werden? Ganz einfach. nur ein Auslandschweizer kennt auch wirklich die Probleme der Auslandschweizer. Nur ein Auslandschweizer weiss, dass viele Auslandschweizer sich für Wahlen und Abstimmungen immatrikuliert haben und auf rechtzeitige Zusendung der Wahlunterlagen hoffen. In Südamerika kommen die Wahlunterlagen meistens zu spät an und die Wahlzettel kommen dann natürlich auch verspätet bei den Schweizer Abstimmungsbüros an. Das muss dringend geändert werden. nur mit e-voting ist es für viele Schweizer möglich, rechtzeitig zu wählen und abzustimmen.

In Europa werden immer mehr Generalkonsulate geschlossen, teilweise müssen Schweizer Bürger für einen Pass eine Dreitages-Fahrt unternehmen. Das ist einfach nicht hinnehmbar! Bevor ein Konsulat geschlossen wird, muss gewährleistet sein, dass der Schweizer Bürger z.B. mit einem mobilen Generalkonsulat mindestens einmal im Jahr nicht mehr als eine Tagesreise unternehmen muss, um einen neuen Pass zu erhalten.

Ich wohne in der Nähe von Darmstadt, 30 km südlich von Frankfurt am Main. Ich kann mich also sehr gut über alles, was die Schweiz betrifft, täglich sehr gut informieren. Da dies nur etwa 400 km von Bern entfernt ist, ist es mir möglich, an allen Sessionen und anderen Sitzungen teilzunehmen.

Neb​en den Problemen der Auslandschweizer sehe ich auch die Ausländerproblematik in der Schweiz. Auch die SP darf da nicht die Augen verschliessen und muss gegen diese Probleme etwas unternehmen, nicht zuletzt deshalb, um dieses Thema nicht einzig und allein der SVP zu überlassen. hier müssen wir unbedingt etwas unternehmen, Leute integrieren und dafür sorgen, dass sie nicht kriminell werden. Unverbesserliche Kriminelle gehören ausgewiesen, das ist für mich kein Thema.

Für mich ist der Atomausstieg eine herzensangelegenheit.​ allerdings darf nicht Hals über kopf gehandelt werden, sondern durch den beschlossenen Atomausstieg bietet sich die Chance, endlich nach neuen Energiequellen zu forschen. Windenergie allein reicht in der Schweiz ganz sicher nicht aus, sollte aber ein bedeutender Faktor der erneuerbaren Energien sein.

Weiter bin ich für eine gerechtere Verteilung des Volksvermögens. Es darf nicht sein, dass Banken ihre Gewinne privatisieren und Verluste dem Steuerzahler aufbürden.

Auch in der Gesundheitspolitik muss viel getan werden. Es kann nicht sein, dass die Arzneimittelherstelle​r enorme Profite auf Kosten der Allgemeinheit machen. So habe ich erst gestern z.B. erfahren, dass ein Psychopharmaka im Original in Deutschland 158 Euro kostet und ein Generika mit genau den gleichen Inhaltsstoffen 31 Euro. Wie man mir sagte, ist es dem Konzern egal, ob in Deutschland sein Medikament verkauft wird oder nicht. Wenn sie in Deutschland die Preise senken würden, müssten sie in ganz Europa die Preise senken. so ist es ihnen lieber, das Produkt mit ganz wenig Gewinn in Deutschland zu verkaufen und im übrigen Europa die Gewinne zu maximieren.

Zum Schluss möchte ich natürlich die SVP-Wähler nicht enttäuschen und zum EU-Beitritt etwas sagen. Schon heute profitiert die schweizer Wirtschaft enorm mit Exporten in die EU. Gleichzeitig nutzt sie das Schengen-Abkommen um möglichst niedrige Löhne in der Schweiz durchzusetzen. Es ist aber nicht das Schengen-Abkommen, das für die Niedrigstlöhne verantwortlich ist, es sind vielmehr die skrupellosen Gewinnmaximierer, denen es egal ist, ob Menschen durch ihre ehrliche Arbeit überleben können oder nicht.

Langfristi​g gesehen kann die Schweiz nur von einem EU-Beitritt profitieren. Alle Länder der EU haben auch genügend Selbstbestimmungsrech​t und können durchaus neue Gesetze ablehnen. Im Übrigen gilt es, strikt zwischen EU und Euro zu unterscheiden!

He​ute muss die Schweiz alle Änderungen der EU kopfnickend akzeptieren oder es droht die Kündigung der Bilateralen. Nur als EU-Mitglied können wir wirklich mitentscheiden! Auch wenn die Schweiz klein ist kann sie dann doch ihre Ideen einbringen und auch was bewirken. so wie es heute ist, ist ein äusserst unbefriedigender Zustand, der wirklich nicht demokratisch ist.

Gerne diskutiere ich mit Ihnen auch auf meiner Homepage. Sie erreichen sie unter: http://www.williutzin​ger.ch

Ich freue mich, sachliche Diskussionen mit Ihnen zu führen, die Betonung liegt auf sachlich!

Herzlic​he Grüsse

Willi Utzinger

Nationalrat​skandidat auf Liste 12 im Kanton Zürich

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