Linke EU-Kritiker gibt es genug. Und das ist gut so, denn wir dürfen die Debatte nicht den Nationalkonservativen und den Wirtschaftslobbyisten überlassen.

Eines Vorweg - ich bin dem Friedensprojekt EU sehr dankbar, dass ich zur ersten Generation gehören darf, die sich einen innereuropäischen Krieg zwischen Nationalstaaten nicht vorstellen kann. Und mir ist klar, dass viele Probleme - wie Klimaschutz und Finanzmarktregulierung - nur in supranationaler Kooperation gelöst werden können.

Und trotzdem, ich bin und bleibe eine EU-Skeptikerin. Zu neoliberal, zu undemokratisch und zu zentralistisch-bürokratisch ist sie. Eine fundierte Debatte von Links-Grün tut not, denn sonst überlassen wir das Feld der nationalkonservativen Reduit-Fraktion und denen, die nur auf die wirtschaftlichen Vorteile schielen.

Hier habe ich schon im Juli 2010 versucht eine diffenzierte Debatte anzustossen und meine Position auch mit Beispielen begründet:
http://blog.badran.ch/2010/07/ist-der-eu-beitritt-fuer-die-sp-wirklich-so-zwingend/
(zu einem meiner Beispiele: übrigens - die EU hat in der Folge die schweizerische Saatgutverordnung übernommen)

Ich glaube bis heute, dass wir ausserhalb der EU mehr Einfluss haben; einerseits auf unsere eigenen Geschicke, wie zum Beispiel bei Privatisierungen von Grossinfrastrukturen im Volksvermögen (Strom-, Versorgungs-, Telco- und Postkonzerne) aber auch auf die Demokratisierungsprozesse in der EU. Dies bedingt aber ein aktives Kommunizieren unserer Skepsis, anstatt defensiv zu sagen, wir seien halt noch nicht bereit. Als wirschaftlich erfolgreicher und halb-direktdemokratischer weisser Fleck in der europäischen Landkarte werden wir vermutlich besser gehört als als einfaches Mitglied.

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