Die SVP fordert Transparenz in der "Dunkelkammer" Ständerat. Doch bei ihren Parteifinanzen ist es zappenduster. Die AL dagegen legt ihr Wahlkampfbudet offen.

Wahltag ist Zahltag, sagt der Volksmund. Die grösste Partei in unserem Land missversteht diesen Slogan allerdings auf ihre eigene Weise: Auf den Wahltag hin greifen ihre millionenschweren Gönner tief in die Tasche, um uns alle mit einem politischen Dauerbombardement einzudecken. Zwar will ihr Strategiechef Licht in die „Dunkelkammer“ Ständerat bringen, aber bei den Parteifinanzen der SVP herrscht pechschwarze Dunkelheit.

AL-Nationalratswahlbudget: 45‘000 Franken

Die Alternative Liste dagegen redet Klartext über ihr Wahlkampfbudget. Im Kanton Zürich stehen uns für die ganze Nationalratskampagne 45‘000 Franken zur Verfügung. Das ist weniger als viele Kandidaten für ihre persönliche Zusatzkampagne aufwenden. Bei uns dagegen fallen keine Sonderaufwendungen einzelner Kandidaten an..Der Löwenanteil der Kosten entfällt mit Fr. 21‘600.- auf die Druckkosten für den Wahlflyer und mit Fr. 12‘600.- auf die Versandkosten.

Kantonsratswahlen: 371 Spenderinnen und Spender

Unser Nationalratsbudget wird grösstenteils durch Spenden finanziert. Es ist etwas bescheidener als das der Kantonsratswahlen, bei denen die Schlussabrechnung einen Aufwand von Fr. 60‘189.- ausweist. Finanziert wurde die Kantonsrats-Kampagne überwiegend über Spenden von Mitgliedern und SympathisantInnen. Von Mitte Dezember 2010 bis Ende Juni 2011 überwiesen uns 371 Spenderinnen und Spender total Fr. 49‘399.-, wobei alle Spenden von natürlichen Personen und keine von Firmen kamen. Genau die Hälfte der Zuwendungen waren Kleinspenden von weniger als 100 Franken. Einen Betrag von 100 Franken spendeten 101 Personen. 84 Unterstützerinnen und Unterstützer überwiesen der AL Beträge von mehr als 100 Franken. Grossspenden verzeichneten wir insgesamt sieben: fünf mit je Fr. 1000.- und je eine mit Fr. 2000.- und Fr. 5000.-; sie machten zusammen knapp einen Viertel aller Spendeneingänge aus. Dazu kamen zwei Beiträge von Berufsverbänden, bei denen ein Kandidat Mitglied ist, in Höhe von je Fr. 1000.- sowie der Ertrag des AL-Benefizessens von Fr. 3500.-.
Der ungedeckte Teil der Kampagnenkosten wird aus allgemeinen Mitteln finanziert. Die wichtigsten regulären Einnahmen sind die Mitgliederbeiträgen und die Mandatsabgaben. Mitglieder im Kantonsrat und im Stadtzürcher Gemeinderat liefern einen Drittel ihrer Sitzungsgelder, Schulpflegerinnen und Schulpfleger 10% an die AL ab.

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