Für den UBS-Neuanfang braucht es zwei. Obschon Grübels Abgang unschön ist und das Ziel eines Turnaround nicht erreicht wird, kann er doch Erfolge vorweisen.

UBS-Präsident Kaspar Villiger hatte Grübel bei seiner Einstellung als einen „Glücksfall für die UBS" bezeichnet – jetzt zeigt sich: Er war es nicht, zumindest nicht uneingeschränkt. Grübels erst kürzlich manifestierte Kritik an der Too-big-to-fail-Vorlage sowie seine Einwände gegen die Euro-Wechselkurs-Untergrenze zeigten doch sehr deutlich, dass seine Bereitschaft zur Anpassung an verschärfte Kapitalvorschriften minim ist.

So hat man von der UBS den Eindruck bekommen – was leider durch den peinlichen Zockerskandal bestärkt wurde – sie sei auch weiterhin eine unbelehrbare Bank und Spielwiese für Investmentbanker, die ihre Boni maximieren.

In der Tat kann man sich nicht von der Politik retten lassen und dann so arrogant auftreten, wie das Grübel tat. Seine Kritik an die Politik hat ihn schliesslich selber eingeholt. Die von ihm nicht umgesetzten Hausaufgaben bezüglich Risikomanagement müssen nun von seinem Nachfolger schnell erledigt werden. Denn die noch lange nicht ausgestandene Eurokrise verlangt nach grosser Wachsamkeit. Für diese Zeitenwende war Grübel leider nicht mehr die glaubwürdige Führungsperson.

Der Abgang von Konzernchef Grübel ist sicher die richtige Entscheidung für einen Neuanfang der Bank. Der Glaubwürdigkeit der Bank und des Bankenplatzes hat hingegen auch noch ein anderer Mitverantwortlicher geschadet: Kaspar Villiger.

Der Alt-Bundesrat, der nur über sein FDP-Beziehungsgeflecht zum Präsidenten dieses Weltkonzerns geworden ist, muss sich den Vorwurf gefallen lassen, nichts von der Bankenmaterie zu verstehen. Es wäre deshalb zwingend, wenn er frühzeitig seinen Platz frei gibt. Im Sinne eines wahren Neuanfangs.

Hanspeter Bucher,
Nationalratskandidat und Kantonsrat SVP

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