Nicht nur Banken, sondern auch Landwirte sollten ihr unternehmerisches Risiko selber tragen.

Letzte Woche lautet die Frage auf politnetz.ch, ob das Investmentbanking verboten werden sollte. Diese schwierige Frage wurde naturgemäss unterschiedlich beantwortet.
Auch die Gegner eines Investmentbankingverbots, sprachen sich zu einem grossen Teil dafür aus, dass die Banken das Geschäftsrisiko selber tragen müssen.
Unter den Gegnern und den Befürwortern herrscht Einigkeit darüber, dass Banken nicht mehr mit Steuergeldern unterschützt werden sollten.
Erstaunlicherweise herrscht über dasjenige, was bei den Banken gilt, in der Landwirtschaftspolitik keine Einigkeit.
Die Mitleidstour, die die landwirtschaftlichen Verbände seit Jahrzehnten fahren, ist sehr erfolgreich.
Die Idee, dass die Landwirtschaft nicht auf eigenen Füssen stehen kann, hat sich unauslöschbar in den Köpfen eingebrannt.
Der Nationalrat spricht, ohne dass sich jemand darüber aufregt, in schöner Regelmässigkeit Geld um den Acker- und Milchbauern aus der Patsche zu helfen.
Auf die Idee, dass es den Landwirten finanziell schlecht geht, weil der Markt nicht spielt, kommt niemand.
Obwohl Früchte, Beeren und Biogetreide auch in der Schweiz wachsen, werden sie importiert. 45 Prozent des Himbeerbedarfs wird importiert. Und wohlverstanden, Himbeeren wachsen problemlos in der Schweiz.
Gleichzeitig wird Futtergetreide importiert und Milch und Fleisch im Überschuss produziert.
Die Lage auf dem Milchmarkt ist schwierig. Anstatt den Markt spielen zu lassen, sollen nach dem Willen des Bundesrats alle Milchbauern Zwangsabgaben bezahlen, um den Butter- und Käseberg abzubauen.
Würde der Markt spielen, dann würde einige Bauern die Milchproduktion aufgeben und in die Bioproduktion oder auf Spezialkulturen umsatteln.
Der Eingriff des Bundesrates in den Markt verhindert, dass sich die Strukturen, der Realität des Marktes anpassen können.
Aus ordnungspolitischer Sicht kann es nicht sein, dass rentable Milchbauern für das Überleben ihrer unrentablen KollegInnen aufkommen müssen.
Das Problem lässt sich nur über die Menge lösen. Alternativen zur Milchproduktion gibt es genug.

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