Die neuen Jugendunruhen in Zürich sind die alten. Aber sie sind auch Zeichen der Machtlosigkeit, dass sich politisch und gesellschaftlich nichts verändern lässt

Jede Generation hat ihre Jugendunruhen. Waren es in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts die Nazis, in den 50er Jahren die "Halbstarken" in den 60er Jahren die Studentenbewegung und die Hippies, so sind es heute die "Chaoten".

Jugendunruhen und Revolte oder Revolutionen die sich aus diesen entwickeln, sind eine natürliche Auflehnung der Jugend gegen das Bestehende, gegen das Alte, gegen die Alten.

Zeitweise werden sie politisch instrumentalisiert wie in den 30er oder den 60er Jahren. Ist der Glaube an die Politik und die Veränderbarkeit durch Politk jedoch geschwunden (das war schon einmal so in den 50er Jahren) werden sie zu blindwütigem Chaotentum.

Die Alten haben in den letzten 40 Jahren die Jugend voll vereinnahmt. Es gibt keine Alten mehr - jeder ist jung, dynamisch und verständnisvoll. Jegliche Abgrenzung fehlt.

Und die Politk ist zu einer öffentlichwirksamen Pfründenverteilung verkommen, wo ein jeder alles verspricht und nichts hält - und vorallem nichts verändert, ausser der Steigerung seines Einkommens und seines gesellschaftlichen Prestiges. Nach den nächsten Wahlen sind alle hochtrabenden Versprechungen vergessen.

Längst sind die Freiräume unserer Gesellschaft dahin. Jeder wird überwacht, kontrolliert und hat keine Chance, wenn er sich nicht nahtlos in das bestehende Gefüge der Gesellschaft einfügt.

Was bleibt da den Jungen, ausser blindwütiges Chaotentum?

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