Nacht der Forschung: die Bildung ist unter starkem - finanziellem - Druck. Die Universität Bern - meine Uni - zeigt morgen, was uns alles geboten wird.

In der Nacht vom 23. September öffnet die Uni Bern in der „Nacht der Forschung“ ihre Türen. Bildung und Forschung ist für die rohstoffarme Schweiz die wichtigste Ressource. Darum will ich wissen, an was die Wissenschaftler arbeiten und ob wir von ihren Ergebnissen auch profitieren werden. Nebst vielen naturwissenschaftlichen Projekten, welche in Bern bearbeitet werden, bin ich auf folgende, für mich teilweise überraschende, Forschungsgebiete gestossen:

Erziehungswissenschaftlerin Elena Makarova geht der Frage nach, weshalb sich Frauen für „männliche“ Berufe und Studienfächer entscheiden. Oder falls nicht: Liegt es am Fehlen geeigneter Vorbilder oder am naturwissenschaftlichen Schulunterricht, der Mädchen weniger anspricht? Die Forscherin hofft, mit den Ergebnissen dieses Projekts einen Beitrag zur Gleichstellung der Geschlechter zu leisten, indem sie die Gründe für die unterschiedliche Studien- und Berufswahl bei Männern und Frauen aufdeckt. Die Erkenntnisse bezüglich der geschlechtergerechten Gestaltung des naturwissenschaftlichen Unterrichts könnten in die Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen einfliessen. Damit könnte dieses Projekt einen Beitrag zur Gleichstellung leisten und unseren Töchtern einen besseren Zugang zu den Naturwissenschaften verschaffen. Während meiner Schulzeit hiess es ja gelegentlich, sie ist ein Mädchen, die sind in der Mathematik halt einfach nicht so gut.

Unsere Gesellschaft wird immer älter und damit gibt es immer mehr ältere Menschen, die der Pflege bedürfen. Pflege ist nicht nur teuer, sondern fordert von den Angehörigen, die sie zu leisten bereit sind, einen grossen Einsatz. Pflegende Angehörige sind oft auf sich allein gestellt. Inwiefern Kirchgemeinden ihnen beistehen und sie in ihre Sozialarbeit einbinden können, untersucht der Theologe Simon Hofstetter. Diese Forschung unterstützt nicht nur Menschen, sondern kann auch einen Beitrag dazu leisten, die Pflegekosten in vielen Fällen tiefer zu halten. Denn die Angehörigen können so in ihrer nicht immer einfachen Aufgabe unterstützt werden und sie dadurch auch länger wahrnehmen.

Muslime in der Schweiz. Seit einiger Zeit ein Dauerthema in der Politik und in den Medien. Der Islamwissenschaftler Marius Rohrer zeigt den gesellschaftlichen Umgang mit dem Thema auf. Mit welchen Eigenschaften Muslime in Medienberichten, politischen und behördlichen Dokumenten dargestellt werden, beeinflusst seiner Ansicht nach letztlich konkrete Lösungen bei allfälligen Konflikten. In seiner Dissertation will er aufzeigen, wie Politiker und Behörden mit sozialer Vielfalt umgehen. Dabei will er Handlungsalternativen aufzeigen nach dem Motto: Es geht auch anders als mit Ausgrenzung. Somit ist Vielfalt also nicht zwingend ein Problem, sondern kann aus seiner Sicht auch ein gesellschaftliches Potenzial und eine Ressource sein.

Diese Forschungsbereiche haben meiner Ansicht nach einen konkreten Bezug zur unserer Gesellschaft und sind damit topaktuell und alles andere als aus dem Elfenbeinturm.

Dass die Uni Bern als einzige Schweizer Uni an diesem europäischen Event, welches in 200 Städten stattfindet, teil nimmt, freut mich besonders. Bern ist für einmal wieder „on the top“.

Unter www.nachtderforschung.unibe.ch findet ihr das für Alte und Junge attraktive Programm. Interessant!

1 Kommentare


Diskutieren Sie mit!

Bei Politnetz legen wir Wert auf einen konstruktiven Austausch. Bitte bleiben Sie beim Thema und respektieren Sie andere Personen. Lesen Sie unsere Diskussionsregeln.


Mehr zum Thema «Bildung»

zurück zum Seitenanfang
  • Copyright © Politnetz AG 2009–2017
  • Impressum
Release: production