Die grosse AHV Ungerechtigkeit

Marc (42) und Moni (38) führen eine glückliche Beziehung. Sie hat eine gut bezahlte Kaderstelle in der Verwaltung und er ist als IT-Berater für Banken unterwegs. Nach den letzten Ferien auf Mauritius entschieden sich die Beiden, dass sie auf Kinder verzichten. Marc fand wieder einmal die Zeit ein kritisches Buch zu lesen und meinte: „Wer in diese Welt Kinder setzt, ist verantwortungslos“.

Moni war sich lange unsicher. Irgendwie hätte sie gerne Kinder gehabt, wenn sie dann aber ihre Freundinnen sieht, ist es auch nicht so schlimm, keine zu haben. Besonders ihre beste Freundin aus der gemeinsamen Studentenzeit Simona ist für Moni ein abschreckendes Beispiel. Zwei Jahre verheiratet, zwei Kinder und dann sitzen gelassen. Jetzt kämpft sie sich mit 1‘600 Franken Alimenten und einem Nebenjob über die Runden. Nein, diesen Leben möchte Moni nicht haben.

Für Marc und Moni ist auch klar, dass sie sich Frühpensionieren lassen und dann die Welt bereisen. Da wäre ein Kind "störend". Wird Marc 60, wäre das Kind erst 17 Jahre alt und wenn es studieren will? Nein, wirtschaftlich lohnt sich die Sache nicht. Wirtschaftlich können es sich die beiden aber leisten, früher aufzuhören zu arbeiten und das Leben zu geniessen. Sie werden dann die maximale AHV-Rente beziehen, die Pensionskasse ist gefüllt und bis dahin ist auch die Eigentumswohnung abbezahlt.

Monis Freundin hingegen, die Simona, wird sich nicht frühzeitig pensionieren lassen. Sie hofft, dass sie ihre Beitragslücke ein wenig aufbessern kann, wenn die Kinder älter sind. Gelingen wird ihr Dies kaum. Zins und Zinseszins bei der PK ist verloren und als Rückeinsteigerin wird sie auch keinen Top-Job mehr erhalten. Also wird sie bis 65 (oder länger) arbeiten.

Die AHV werden dann einmal die beiden Kinder von Simona bezahlen. Und zwar für Simona, Marc und Moni.

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