Die Kirchensteuerpflicht für juristische Personen ist ein Relikt aus dem Mittelalter.

Die Kirchensteuerpflicht für juristische Personen ist ein Relikt aus dem Mittelalter. Deshalb haben wir vor einer Woche die Volksinitiative "Weniger Steuern fürs Gewerbe (Kirchensteuerinitiative)" lanciert. Wir möchten diesen Missstand beseitigen, denn Firmen sind in der Regel weder religiös noch können sie innerhalb der Kirchengemeinde mitbestimmen.

Was wollen wir mit der Initiative erreichen?

Wir möchten das Gewerbe, den Werkplatz und den Finanzplatz um rund 100 Millionen CHF entlasten. Momentan zahlen juristische Personen 30 Prozent des Steueraufkommens der Landeskirchen im Kanton Zürich. Oft wird von der Kirche gesagt, der Betrag sei ein Zeichen des ethischen Handelns und der sozialen Pflicht eines Unternehmens. Aber demnach wären Firmen im Kanton Aargau oder Basel Stadt unethisch, weil dort die Kirchensteuerpflicht für Firmen bereits abgeschafft wurde. Wir sind überzeugt das Eigeninitiative, Selbstverantwortung, Chancengleichheit und Wettbewerb die Gesellschaft voranbringt und nicht der Zwang.

Der Staat sollte sich gegenüber Konfessionen, Glaubensrichtungen und auch Konfessionslosen neutral verhalten. Warum muss ein Unternehmer jüdischen Glaubens oder von einer Freikirche Kirchensteuer für eine der Landeskirchen bezahlen? Es ist klar, dass die Landeskirchen der Gesellschaft eine soziale Leistung anbieten. Aber diese sollte nicht durch eine Steuer, sondern durch Spenden finanziert werden. Alle Religionsgemeinschaften und auch viele private Institutionen erbringen eine soziale Leistung. Wie beispielsweise die Pfadfinder, welche sich für Jugendliche einsetzen oder die Heilsarmee, welche eine grosse soziale Leistung erbringt.

Eine Steuer zu Gunsten der Landeskirchen ist eine stossende Diskriminierung gegenüber anderen Kirchen, Glaubensgemeinschaften aber auch unzähligen Wohltätigkeitsorganisationen. Alle finanzieren sich ohne Steuererträge und können trotzdem weiter existieren und florieren. Das Monopol der Landeskirchen muss endlich fallen zu Gunsten der Allgemeinheit.

Ein Unternehmer oder eine Firma muss die freie Wahl haben, ob und in welcher Höhe er einen Beitrag an die Landeskirchen bezahlen will oder den Betrag an eine Wohltätigkeitsorganisation spendet. Wir sind überzeugt, dass Unternehmer und Firmen ihre Verantwortung wahrnehmen werden und sich weiterhin sozial engagieren. So wie sie das bereits heute machen.

Dominik Tiedt, Präsident des Initiativkomitees

Mehr Informationen zur Initiative und den Unterschriftenbogen finden sie unter: www.kirchensteuer-zh.ch

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