Die Macht der Konsumenten

Die Neoliberalen sind schuld! An allem. Ob Ausbeutung von Kaffeepflückern, an der Umweltzerstörung oder dem Atomstrom in der Schweiz. Für uns Liberale stehen die Zeichen auf Sturm. Mit dem neuerlichen Fiasko der UBS wird es noch schwieriger, sich für ein freiheitliches Denken und für Selbstverantwortung einzusetzen.

Es tut weh, ich muss schon dem SP Nationalratskandidat Jürg Joss recht geben, wenn wer schreibt: „In der Zwischenzeit übernimmt nicht mehr der Markt, sondern immer mehr der Staat die Kontrolle/Verantwortung für Grossunternehmen.“
http://www.politnetz.ch/beitrag/11889

Es scheint alles darauf hinauszulaufen, dass die freie Marktwirtschaft am Ende ist. Dabei fängt sie erst an. Etwas abseits der Medienaufmerksamkeit passieren nämlich ungeheure Dinge. Konsumenten erkennen, welche Macht sie haben. Wie eine Kaufentscheidung und eine Meinungsäusserung die Politik von Unternehmen nachhaltig verändern kann. Dass sie stärker sind, als jede Partei und jedes Gesetz.

Der stärkste Taktgeber für jedes Unternehmen – die Kunden

Es sind nicht die Aktionäre, nicht die Unternehmensführer und es ist auch nicht die Politik, die die Strategie eines Unternehmens oder gar einer Branche nachhaltig verändern. Es sind die Konsumenten. Unternehmen wollen Geld verdienen und dies können sie nur mit ihren Kunden. Wenn Kunden aufhören umweltschädliche Produkte zu kaufen und dafür auf umweltfreundliche Alternativen setzen, fangen die Unternehmen an, diese zu produzieren – oder das Unternehmen stirbt und ein Mitbewerber macht das Geschäft.

Wie gross die Macht der Konsumenten ist, sehen wir immer wieder. Die Firma Mammut machte bei der Kampagne co2.ch von economiesuisse und dem schweizerischen Gewerbeverband mit. Ein Facebook Protest unter den Fans von Mammut führte dazu, dass die Firma sich schon nach kurzer Zeit entschuldigte und sich von der co2.ch-Initiative verabschiedete. Das Engagement für die Umwelt wird bei Mammut in Zukunft bestimmt einen noch höheren Stellenwert einnehmen.
http://www.facebook.com/note.php?note_id=10150271904554582

Spannend wird die Entwicklung bei Nespresso sein. Nespresso setzt immer noch nicht auf Fairtrade für seinen Kaffee. Solidar Suisse drehte den geheimen Clooney-Spot mit der Aufforderung, George Clooney ein Mail zu senden. Schon über 34‘000 Mails wurden auf http://www.solidar.ch/ verschickt und das Video wurde innerhalb weniger Tage von über 500‘000 Menschen gesehen. Kann es sich George Clooney und Nestlé auf die Dauer leisten, nicht zu antworten? Ich glaube nicht.

Unternehmen fangen an, diese Form der Partizipation von Ihren Kunden einzufordern. Die Migros will zum Beispiel, dass Sie als Kunde aktiv bei www.migipedia.ch mithelfen, das Sortiment zu bestimmen.

Es ist einfach, uns Liberalen die Schuld für alles in die Schuhe zu schieben und neue Gesetze zu fordern. Aber wie viele Gesetze wollen wir wirklich über uns ergehen lassen? Jahr für Jahr erlässt Bundesbern 5‘000 Seiten an Gesetzen und Verordnungen. Mit jedem Paragrafen wird unsere Freiheit beschnitten. Dabei können wir so viel mehr bewirken, indem wir unser eigenes Verhalten infrage stellen. Auf welcher Bank legen wir unser Geld an, welche Produkte kaufen wir, wie fahren wir zur Arbeit.

Ich weiss, es ist einfacher andere für das Übel der Welt verantwortlich zu machen, als bei sich selbst anzufangen. Aber schauen wir der Realität in die Augen. Im Aargau wechselten von 30‘000 Strombezügern seit Fukushima nur gerade 149 auf Ökostrom-Produkte. Warum sollte auch nur einer der 380 Elektrizitätsversorger glauben, dass es die Konsumenten ernst meinen?
http://bit.ly/p0R7kR

Die liberale Idee geht davon aus, dass sie den Menschen die grösstmögliche Freiheit gibt. Sodass SIE selbst mitbestimmen, wie diese Welt aussieht. Mit Freiheit kommt aber immer Mitverantwortung. Nehmen Sie Ihre Mitverantwortung beim nächsten Einkauf wahr und bestimmen Sie mit, wie die Welt aussieht.

Ihre Entscheidung zählt.

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