Die Beschaffung von aktuellen Kampfflugzeugen der 5. Generation ist eine Frage der Prioritäten - gesamtpolitisch gibt es wesentlich dringlichere Geschäfte.

Es liesse sich aufzählen, was alles positiv an einem Flugzeugkauf ist zum heutigen Zeitpunkt. Das überlass ich im Detail gerne den Befürwortern.
Positiv sind vor allem Nebenaspekte des Deals: Folgeaufträge, Unterstützung der militärischen Aviatik-Forschung, Unterstützung europäischer Flugzeugbauer (auf die auch die NATO setzt), ein Beitrag also an Forschung und Technologie-Entwicklung, der so allen künftigen entsprechenden Leistungsbezügern indirekt zugute kommt (auch der NATO). Es ist allenfalls ein kleiner wirtschaftlicher Beitrag an die europäische Zusammenarbeit.

Realmilitärpolitisch ist aber keine Situation auszumachen, die einen Tiger-Ersatz zum heutigen Zeitpunkt empfiehlt. Das Geld lässt sich heute ertragsbringender investieren, sowohl im militärischen als auch im zivilen Bereich.

Die Beschaffung von aktuellen Kampfflugzeugen der 5. Generation ist eine Frage der Prioritäten - gesamtpolitisch hat sie zur Zeit unterste Priorität, es gibt weitaus dringlichere Geschäfte. Sie ist rein militärisch-industrielles Wunschdenken aus heutiger Sicht, und hochintressante und -qualifizierte Arbeitsplätze lassen sich auch andernorts mit staatlichen Geldern schaffen - Spitäler sollen Personalengpässe haben, der Therapiebereich generell. Auch Betreuungsplätze für Kinder von arbeitstätigen Eltern oder Vaterschaftsurlaube sind Jobs, die sich statt Kampfflugzeugen subventionieren liessen.

Dass das Parlament diese Prioritäten nicht richtig setzen kann, ist bedenklich - dass es mit einem Trick die bekannten Bedenken des Volks aushebelte (und auch die GSoA zum Verzicht auf die Moratoriums-Initiative verleitete), macht die Sache nicht besser.
Hier soll Geld verpulvert werden für ein Luxusprodukt, für das vielleicht nostalgisch-fiktiver aber kein realer Bedarf besteht. Bei dieser Anschaffung fehlt der Gegenwarts- und Realitätsbezug. Es fehlt der Pragmatismus.

Neue 5.-Generation-Kampfflieger sind nichts als quasi die Rolex ans Handgelenk der Schweizer Generalstäbler und einiger Politiker - damit sie wenigstens deshalb im Ausland etwas gelten. Auf Kosten des Volks, versteht sich.

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